Atheistische Werbekampagne auf Bussen
25. Januar 2009 | Von hofnarr.florian | Kategorie: GesellschaftEs ist immer das gleiche. Seit Jahrtausenden gibt es Konflikte, die auf Glaubensfragen basieren. Heutzutage sind es vorrangig Islamisten, die aus religiösen Motiven töten. Früher wurden Juden und ganz früher Christen auf Grund ihres Glaubens verfolgt. Religion soll eine Zufluchtsmöglichkeit sein, aber zu oft mündet sie in Krieg und Hass.
Dies ist für einige einer von vielen Gründen, sich dem Atheismus zuzuwenden. In der Vergangenheit waren sie noch eine Minderheit, der keinerlei gesellschaftlicher Einfluss beigemessen wurde, doch jetzt sorgen atheistische Initiativen vor allem in Europa mit provokanten Werbeaktionen für Aufmerksamkeit.
“Wahrscheinlich gibt es keinen Gott – hört auf, euch Sorgen zu machen und genießt das Leben”: Sätze dieser Art findet man in neuerdings auf Bussen in Großbritannien oder Spanien. Die Atheisten versuchen damit aus dem gesellschaftlichen Schattendasein zu treten und wollen offen aufklären. Sie bekommen selbst im erzkatholischen Spanien immer mehr Zuspruch. Laut einer Umfrage der europäischen Kommission vor vier Jahren glauben immerhin 18 Prozent aller Spanier an keine höhere Macht.
Bisher war vor allem das Internet Sammelpunkt für die Nichtgläubigen. In Vereinigungen, wie der Spanischen Union der Atheisten und Freidenker (UAL), fanden sich Gleichgesinnte und tauschten sich aus. Den offenen Konflikt zwischen Christen und Atheisten stießen in diesem Fall die britische Autorin Ariane Sherine und der britische Politikberater Jon Worth an. Sie wollten mit einer atheistischen Werbekampagne eine offene Debatte anregen und reagierten unter anderem auf düstere Drohungen christlicher Organisationen auf Londoner Bussen. Dass sie als Atheistin eines Tages in der Hölle schmoren würden, wollten sie nicht unwidersprochen hinnehmen. In kürzester Zeit sammelten sie mit Hilfe der Britischen Humanistischen Vereinigung umgerechnet mehr als 150.000 Euro an Spenden. Damit ließen sie die Botschaft, es gebe keinen Gott, auf 800 Busse und in der Londoner U-Bahn plakatieren. Ein Pfarrer aus Madrid startete prompt eine Gegenkampagne, allerdings nur im Wert von 2.000 Euro.
Die atheistische Organisation möchte die Kampagne jetzt auf mehr Länder ausweiten. So werden Busse im norditalienischen Genua ab Anfang Februar folgende Botschaft verkünden: „Die schlechte Nachricht ist, dass es Gott nicht gibt. Die gute Nachricht ist, dass wir ihn nicht brauchen.“
In Australien stieß man allerdings auf Widerstand. Die größte Werbeagentur des Landes lehnte die Plakate ab. Trotzdem richtete die Organisation in Australien und Kanada Webseiten mit Spendenkonten ein. Auch eine christliche Organisation will jetzt spenden sammeln. „e-christians“ sammelt Geld gegen die unchristlichen Busaufdrucke.
Die Plakate zeigen schon Wirkung. Eine offene Debatte um den Glauben und Nicht-Glauben ist längst entbrannt. Selbst US-Präsident Barack Obama hat in seiner Rede zur Amtseinführung gesagt: “Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus – und Nichtgläubigen.” Noch nie zuvor, so berichten amerikanische Zeitungen, habe ein Präsident in seiner Antrittsrede Atheisten mit Gläubigen auf eine Stufe gestellt. In einem Land, in dem einige Kreationisten die Gleichstellung von Wissenschaft und Religion fordern, ein bemerkenswerter Schritt nach vorne.
Der Widerstand aus kirchlichen Kreisen formiert sich indes weiter. Mit der Begründung „für die Nichtexistenz Gottes gebe es keine Beweise“ legte in England eine christliche Lobby-Gruppe Beschwerde beim Werberat ein. Das leuchtet ein: Denn andererseits gibt es für die Existenz Gottes doch jede Menge Beweise oder nicht?
Auch in Deutschland gibt es Atheisten, die eine ähnliche Aktion durchführen wollen. Mehr dazu hier.
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Da der unfehlbare Herr Benedikt XVI. so aggressiv konservativ ist, wundert es mich nicht, dass die Atheisten sich wehren. Trotzdem finde ich solche Kampagnen eher albern, da ich der Ansicht bin Missionierung ist immer Mist, (s.a. die Pastafarianer, die nur missionieren dürfen wenn sie im vollen Piratenoutfit sind).
Kreationismus ist tiefstes Mittelalter und dass jemand dagegen ist, ist nicht wirklich verwunderlich oder gar modern.
Aber wir können ja heutzutage auch die Scientologen als Hitlerattentäter bewundern.