Basketball-WM: Deutschland ohne Nowitzki Außenseiter
26. August 2010 | Von hofnarr.florian | Kategorie: SportAm kommenden Samstag beginnt in der Türkei die Basketball-Weltmeisterschaft. Anders als noch bei der Fußball-WM im Sommer gehören die deutschen Sportler dieses Mal nicht zu den Titelanwärtern. Es ist sowieso nur den Funktionären des Deutschen Basketball Bundes (DBB) zu verdanken, dass Deutschland sich mittels Wildcard qualifizierte – die reguläre Qualifikation schaffte man bei der Europameisterschaft in Polen letztes Jahr nicht.
Als wichtiges Argument nutzte man natürlich das mögliche Auftreten von NBA-Superstar Dirk Nowitzki. Dieser sagte seinen Einsatz allerdings kurzfristig ab und so muss die junge deutsche Nationalmannschaft ohne den Weltstar auskommen. Nowitzki hatte im Sommer einen neuen Vertrag über 80 MillionenDollar – er verzichtete sogar noch auf Geld – unterschrieben und sich dabei von Mavericks-Besitzer Marc Cuban das Versprechen abringen lassen, sich in diesem Sommer voll auf die kommende NBA-Saison vorzubereiten. Zu Lasten der Nationalmannschaft. Bei der Europameisterschaft 2011 will er allerdings ins Nationalteam zurückkehren und so bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London helfen.
Doch die Absage des Superstars kann sogar ein Vorteil sein. Bis auf einige erfahrene Veteranen wie Steffen Hamann und Demond Greene, die künftig beim FC Bayern München in der zweiten Liga auf Nationaltrainer Dirk Bauermann treffen werden, ruhen die Hoffnungen hauptsächlich in jungen Spielern. Diese hatten während der EM schon angedeutet, wie viel Talent sie besitzen und können nun weiter auf internationalem Niveau Erfahrungen sammeln. Dabei müssen sie natürlich viel mehr Verantwortung übernehmen, als wenn Nowitzki als stete Offensivoption zur Verfügung stünde.
Nowitzkis Fehlen als Chance begreifen
Viele der Jungen haben die Chance in die Fußstapfen von Dirk Nowitzki und Detlef Schrempf zu treten und in den nächsten Jahren nach Nordamerika in die beste Liga der Welt zu wechseln. Das Ziel NBA ist für Elias Harris, Robin Benzing und vor allem Tibor Pleiß realistisch. Die NBA-Rechte am jungen Center-Spieler Pleiß sicherte sich im Juni sogar schon Oklahoma City Thunder. Er wird aber wohl noch ein bis zwei Jahre in Bamberg bleiben und in Europa Erfahrungen sammeln. Harris spielt derzeit am US-College in Gonzaga und begeisterte im letzten Jahr die NBA-Scouts. 2011 wird er mit etwas Glück in die amerikanische Profiliga wechseln. Robin Benzing hat viel Talent, muss aber noch an Erfahrung und Körpermasse zu legen, um den Sprung über den großen Teich zu schaffen. Man sieht also, dass dem deutschen Basketball auch nach Dirk Nowitzki nicht bange sein muss, denn es warten schon junge Spieler darauf auf dessen Schatten zu treten.
Die kommende Weltmeisterschaft wird dennoch eher als Lernprozess wichtig sein. Ein Halbfinaleinzug wäre bereits eine riesige Sensation. Favoriten auf den Titelgewinn sind andere. Spanien ist auch ohne Pau Gasol, der sich nach der Meisterschaft mit den LA Lakers eine Auszeit nimmt, neben den USA erster Anwärter. Das amerikanische “Dream Team” muss allerdings auf die ganz großen Superstars wie LeBron James und Kobe Bryant verzichten. Spieler wie Kevin Durant und Derrick Rose sind jedoch ebenfalls Ausnahmesportler, die das Publikum begeistern werden. Alle deutschen und einige ausgewählte internationale Partien sowie die K.O.-Runden werden live bei Sport1 übertragen.
Wer detailliertere Information zu den Teams und Spielern möchte, dem sei das Basketball-Portal Crossover, für das ich selbst tätig bin, ans Herz gelegt.
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Ohne Dirkuless ist es natürlich schwer. Aber die Amis hätten wir so und so nicht schlagen können. Die waren einfach zu stark!!