BWL im Alltag: Fremd- oder Eigenkapital?
4. März 2009 | Von hofnarr.florian | Kategorie: Uni-LebenJeder kennt das: Die Freundin hat bald Geburtstag und man braucht noch dringend ein Geschenk. Auch weil Männer im Allgemeinen nicht für ihre Kreativität bekannt sind, landet das männliche Geschlecht auf der Suche nach einem Liebesbeweis schnell beim Juwelier seines Vertrauens. Dort erwartet ihn eine Riesenauswahl an glitzernden und funkelnden Armbändern, Ohrringen und Ketten. Doch wer bekanntlich die Wahl hat, hat die Qual. Somit sucht der Mann Beistand bei einer der Verkäuferinnen, die ihm schnell einige interessante Stücke ans Herz legt, die „ihr“ bestimmt gefallen werden. Nun ja soweit, so gut. Schweift der Blick dann aber auf das Preisschild des potentiellen Geschenkes, vergeht einem schnell wieder die gute Laune. Besonders als Student schwimmt man nicht im Geld und so muss schnell eine Lösung des Finanzierungsproblems her. Als Student der Wirtschaftswissenschaften fühlt man sich in diesem Ressort natürlich sofort pudelwohl.
Eigenfinanzierung, Fremdfinanzierung?
Nun ja meine eigenen Mittel sind begrenzt. Gewinnrücklagen aus guten Zeiten sind nicht vorhanden. Bleibt nur noch Fremdkapital. Sicherlich gibt es ein paar nette Banken, die mich aus meiner misslichen Lage befreien können. Easy-Credit gibt mir zum Beispiel gleich 5000 Euro, womit ich die Konjunktur ankurbeln kann. Das „easyCredit-Konjunktur-Paket“ kann sogar online geordert werden. Hat nur eine Laufzeit von 84 Monaten und der Kredit hat „Best-Preis-Garantie“ – also fast geschenkt. Bis zum Laufzeitende bin ich eh mit dem Studium fertig, verdiene viel Geld als Vorstandsvorsitzender. Wenn ich dann doch pleite bin, gehe ich einfach zum Staat und frage ob er mir hilft. Macht Frau Schaeffler ja auch so.
Diese Finanzierungsmittel würden also von außen kommen. Fremdes Kapital von innen gibt es auch, ist schwer für mich zu realisieren. Pensionen zahle ich nämlich keine und kann somit auch keine zurückstellen. Liegt auch daran, dass ich keine Firma besitze. Durch dieses Manko fällt leider auch die Eigenfinanzierung mit fremdem Mittel aus. Aktien emittieren kann man nur als Kommanditgesellschaft oder Aktiengesellschaft. Eine Aktiengesellschaft erfordert 50.000 € Grundkapital, das ich leider nicht habe. Eine KG wäre schon eher realisierbar, allerdings müsste ich als Komplementär mit meinem ganzen Privatvermögen haften, als Kommanditist aber nicht. Ich könnte einfach eine Gesellschaft gründen. Diese als Komplementär einsetzen und mich dann als Kommanditist beteiligen. Keinerlei Haftung durch mein Privatvermögen. Aber als Gesellschafter der GmbH müsste ich ein festes Stammkapital von 25.000 Euro einbringen, was leider nicht existent ist. Ich könnte dafür ja einfach fünf Mal das „easyCredit-Konjunktur-Paket“ aufnehmen. Durchschnittlich 350 € Zinsen pro Monat kann ich sicher locker stemmen. Nur leider ist bald auch wieder Weihnachten und Jahrestag…
Entschuldigung? Wollen sie den Ring jetzt nun kaufen oder nicht?
Ähm. Nein danke. Es gibt Probleme mit der Finanzierung.
Dann bastle ich eben was. Geschenke sollen ja auch vom Herzen kommen und nicht aus der Brieftasche.
Betriebswirtschaftslehre kann so einfach sein…
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