Deutschland atmet auf

21. Juli 2010 | Von Savas Savidis | Kategorie: Sport

Wie findet ihr es, dass Jogi Löw verlängert hat?

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Hier schreibt Savas Savidis

Vier Jahre nach dem Sommermärchen kümmert der Abgang Klinsmanns keinen mehr. Der Nachfolger Joachim Löw hat gestern seinen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) um zwei weitere Jahre verlängert – ebenso wie Teammanager Oliver Bierhoff und die beiden Assistenz-Trainer Hansi Flick und Andreas Köpke. Endlich. Nach den Unstimmigkeiten im Februar zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und Löw scheint das Vertrauen untereinander nun wieder da zu sein. Anders lässt sich die letztendlich doch rasche Einigung über einen neuen Kontrakt nicht erklären.

Dem DFB blieb praktisch gar nichts anderes übrig, als Löw nach Möglichkeit weiter an sich zu binden. Den ungeliebten Manager Bierhoff mussten sie notgedrungen ebenfalls weiterbeschäftigen, weil Löw die Forderung stellte, entweder alle oder keinen. Nach der Weltmeisterschaft in Südafrika führte kein Weg um das aktuelle Trainerteam herum. Zwei spektakuläre, fast unbeschreibliche Siege gegen England (4:1) und die „Gauchos“ aus Argentinien (4:0) ebneten den Weg ins Halbfinale. Vor dem Turnier hätte das keiner vom zweitjüngsten WM-Team des DFB erwartet. Jungspunde wie Özil, Müller und Khedira verzauberten die Fußballwelt; die Handschrift von Jogi Löw ist klar erkennbar. Der 50-Jährige berief und förderte die jungen Spieler und warnte vor allzu großer Euphorie. Die Bodenständigkeit blieb Löw bis zum Ende der WM erhalten.

Wie vor zwei Jahren im EM-Finale war auch dieses Mal gegen den späteren Europa- bzw. Weltmeister Endstation. Spanien mag nun zwar auf dem Fußball-Thron sitzen, aber die Zukunft gehört der deutschen Nationalelf. Das beweist allein die breit aufgestellte Mannschaft und die vielen jungen Spieler im Kader.

Löw wurde kritisert – und setzte sich durch

Und dass Löws Vertrauen sich auszahlt, ist wieder einmal belegt worden. Lukas Podolski und Miroslav Klose spielten bei ihren Vereinen – gelinde gesagt – eine durchwachsene Saison. Beim WM-Turnier blühten sie regelrecht auf und waren maßgeblich am 3. Platz der DFB-Elf beteiligt. Die zuvor kritisierte Umstellung des Systems vom altbekannten 4-4-2 auf ein 4-2-3-1 wirkte sich positiv auf die Mannschaftsleistung aus. Jeder fand sich auf seiner Position gut zurecht und wusste zu überzeugen. Mit Sicherheit auch eine Leistung des Trainers, der immerzu „högschde“ Disziplin von seinen Nationalspielern fordert.

Auch die immer wieder für Diskussionsstoff sorgende Torwartfrage brachte Löw vor dem Turnier nicht aus dem Konzept. Nie ließ er sich dabei in die Karten schauen. Klug und zum richtigen Zeitpunkt gewählt fand er in Manuel Neuer einen Volltreffer. Nur dreimal musste der Schalke-Keeper in sieben Partien hinter sich greifen.

Nach der erfolgten Vertragsverlängerung folgt nun der nächste Punkt auf der Agenda: Wer erhält die Kapitänsbinde? Philipp Lahm oder doch wieder Michael Ballack? Auch diese Frage wird Löw bald lösen – es dauert schließlich nicht mehr lange bis zum stark kritisierten Test gegen Dänemark.

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