Dirk Manzewski: “Den Kräften des Marktes Grenzen setzen”

7. Juli 2009 | Von hofnarr.christopher | Kategorie: Abgeordnete im Interview

Dieses Interview ist ein Beitrag aus unserer Sonderreihe zur Bundestagswahl 2009. Die komplette Übersicht der teilnehmenden Mitglieder des Parlaments findet Ihr hier.

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Dirk Manzewski von der SPD

Name: Dirk Manzewski

Partei: SPD

Bio: Geboren am 11. Juli 1960 in Kiel; verheiratet; eine Tochter

Wahlkreis: Bad Doberan/Güstrow/Müritz

Im Bundestag: seit 1998

Gremien: Gremium nach Art. 13, Abs. 6 des Grundgesetzes (Unverletzlichkeit der Wohnung), Rechtsausschuss, Unterausschuss Europarecht

Beruf: Richter und Staatsanwalt a.D. (Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Kiel)

Hingesehen: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung der kommenden Legislaturperiode?

Dirk Manzewski: Wie es nach der Krise in unserem Land weitergeht. Ob daraus ein Aufbruch zu mehr Demokratie und neuer Gemeinsamkeit wird. Ob Verantwortungsgefühl und Vernunft wieder die Oberhand gewinnen. Ob wir die richtigen Lehren aus der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen und ob es uns gelingt, den Kräften des Marktes Regeln und Grenzen zu setzen.

Hingesehen: Wird im Wahlkampf zu oft Politik mit dem Ziel der Wiederwahl auf Kosten von Nachhaltigkeit gemacht?

Manzewski: Ja.

Hingesehen: Wie soll das Bildungssystem in Deutschland zukünftig aussehen?

Manzewski: Ich würde es befürworten, wenn der Bund für die Bildung zuständig wäre. Leider konnte das im Rahmen der Förderalismusreform nicht durchgesetzt werden. Ganz im Gegenteil, der Bund hat es jetzt sogar noch schwerer Schulen materiell zu unterstützen. Man muss ja nicht gleich ein Zentralabitur für ganz Deutschland einführen. Aber wir haben quasi 16 verschiedene Bildungssysteme innerhalb eines Landes und das ist meinem Erachtens nach schädlich.

Hingesehen: Ist durch das Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Inhalten im Netz der Weg zu weiterer Internet-Zensur geebnet worden?

Manzewski: Nein.

Hingesehen: Was muss unternommen werden, um die Krisenherde im Nahen Osten wieder zu stabilisieren?

Manzewski: In Bezug auf Israel und Palästina muss der Friedensprozess wieder in Gang gesetzt werden. Im Irak muss der zivile Aufbau gefördert werden. In Afghanistan muss man den Wiederaufbau verstärken und das Land stabilisieren und im Iran müssen wir die demokratischen Ansätze unterstützen und die Nuklearverhandlungen fortsetzen.

Hingesehen: Sind Ihrer Meinung nach Steuererhöhungen zur Entschuldung des Bundeshaushalts vermeidbar?

Manzewski: Ja.

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