Viel Show um Nichts: Harlem Globetrotters in Hamm

18. März 2009 | Von hofnarr.florian | Kategorie: Sport

Der Ruf der Harlem Globetrotters eilt ihnen voraus und hat sie scheinbar schon überholt. Die Erwartungen vor dem Auftritt der legendären Showtruppe aus den USA in Hamm waren hoch. Sie füllen überall auf der Welt Stadien und sind Superstars, doch nach heute Abend frage ich mich ernsthaft wieso? Dass war an diesem Abend geboten wurde, war mehr als dürftig. Die spektakulären Flugeinlagen waren nicht viel mehr als mittelmäßige Dunks, die bei Youtube tausendfach getoppt werden. Die Pässe wirkten abgesprochen und tausendfach eingeübt. Schöne Dribbeleinlagen waren bei der lethargischen Verteidigung der Gegner auch keine wirkliche Ballkunst.

Redelsführer "Hi-Lite"

Redelsführer "Hi-Lite"

Ergänzt wurde das Spiel durch diverse Comedy-Einlagen der Spieler, die auch immer wieder Zuschauer, Trainer und Schiedsrichter mit einbanden. Wortführer war ein Globetrotter namens „Hi-Lite“. Er zog den Gegenspielern beim Freiwurf die Hose runter, stahl Handtaschen von Frauen, die er dann zwang ihn zu küssen, animierte kleine Kinder mitzuwirken und schüttete Wasser auf das Publikum. Die Gags scheinen in Amerika gut anzukommen, doch das deutsche Publikum ließ sich nur schwer damit begeistern. Nur müdes Lächeln ernteten die Spieler mit ihren Einlagen.

Die Teambesprechung in der Auszeit hätte man sich sparen können

Die Teambesprechung in der Auszeit hätte man sich sparen können

Was die Show vermissen ließ, konnte auch nicht das Spiel an sich gut machen. Vor allem für Basketballfans bot die Darbietung beider Teams bis auf wenige gute Dunks sehr wenig. In ihrem langjährigen Bestehen haben die Globetrotters die Sportart Basketball revolutioniert, doch vom alten Glanz ist nicht mehr viel übrig. Leider ist es bezeichnend für ihren Niedergang, dass sie jetzt sogar schon in der Halle einer Handballzweitligamannschaft spielen. Ihr spielerisches Niveau ist leider auch nur noch höchstens zweite Liga. Die Organisatoren der Events sollten ihr Konzept einmal überdenken. Vielleicht sollte man anstatt gegen eine Truppe von Pappfiguren lieber einmal gegen richtige Mannschaften spielen. Weniger Show und dafür wieder mehr Basketball. Zurück zu den Wurzeln sollte die Devise heißen. In ihren Anfängen spielten sie für Ruhm, Ehre und vor allem gegen Vorurteile. Heute sind die Harlem Globetrotters nur noch ein Produkt, das von seinem Namen lebt. Sie sollten aufpassen, dass dieser nicht bald auch nichts mehr wert ist.

Das eigentliche Highlight dieses Abends war das Vorprogramm. Die U16 und U18 des SSV Hamm spielten gegeneinander. Die Jugendspieler nutzten ihre Chance sich mal in einer großen Halle zu präsentierten und machten das, was eigentlich die Globetrotters hätten tun sollen: Werbung für den Basketball.

Download meiner Bilder des Events.

Zwar noch leere Ränge, aber dafür keine billige Show: U16 vs. U18

Zwar noch leere Ränge, aber dafür keine billige Show: U16 vs. U18

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9 Kommentare
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  1. also ich sehe es nich so krass
    fand war ne geile show und darum gehts bei den globetrotters ja auch. leuten, die sich nicht so sehr für basketball interessieren, den sport näher zu bringen und zu zeigen, was man alles mit dem ball machen kann.
    außerdem waren die einlagen ziemlich lustig, wenns vielleicht auch eins zwei zuviel waren.

  2. Ich habe die Globetrotters vor einigen Jahren in den USA gesehen und war absolut begeistert.
    Soweit ich es weiss, gibt es mehrere Globetrotters-Teams. Vielleicht hattet ihr in Hamm einfach tierisches Pech. Schade.

  3. @ Steffen: Also meine Freundin (die dir ja bekannt ist ;) ) fands auch nicht gut, obwohl sie eben auch nicht oft Basketball sieht. Somit wäre das bei ihr keine gute Werbung für Basketball gewesen. Ich fand auch ehrlich gesagt, dass das Spiel der Globetrotters ein völlig falsches Bild von Basketball vermittelt. Nämlich nur Show und kein richtiger Sport.

    Sicher war es eben ein Show-Event, aber früher waren die Globetrotters auch mal ein richtiges Team, was gewinnen wollte. Sie sollten lieber weniger Show machen und dafür richtig Basketball spielen. Vielleicht so ähnlich wie beim Allstargame in der NBA. Dann wäre es wieder eine gute Werbung für den Sport, momentan sind die Globetrotters es leider nicht mehr, denke ich.

  4. ich sehe das so, dass die vielen spielflussunterbrechungen den basketball an diesem abend zerstört haben.
    dazu kommt noch dass viele showeinlagen mehrmals gezeigt wurden und die comedy-einlagen einfach nach dem dritten mal nicht mehr lustig waren.
    ich zumindest hätte mir mehr basketball gewünscht.
    40 euro für eine show wie diese sind ebenfalls etwas zu viel meiner meinung nach

  5. Das war, mit viel Respekt gesagt, in der Tat eine eher mittelmäßige Show. Allgemein wurde zu wenig Basketball und zu viele halblustige Showeinlagen gezeigt.

    Vom Basketballerischen her, war der Aufbau immer der Selbe: Die Globetrotters spielen eine nahezu richtige Defense und können dementsprechend die Punkte ihres Gegenübers niedrig halten. Ihre Gegner hingegen müssen immer hinterherlaufen, sobald das eine – und somit sehr schnell langweilige – “System” der Trotters gelaufen wird. Fängt also die wilde Passerei kurz hinter der Mittellinie an, ist somit natürlich unter’m Korb für diverse Alley-Oops Platz geschaffen und die Showtruppe hat freie Bahn. Dass die gezeigte Dunkqualität dennoch locker von dem einen oder anderen Bezirksligaspieler übertroffen wird, ist für Interessierte des puren Basketballs sicherlich eine herbe Enttäuschung.

    Aber auch die Showeinlagen locken nicht viel mehr als ein müdes Schmunzeln hervor. Zwar wird seitens der Globetrotters ausgiebig mit dem Publikum interagiert und dieses auch aktiv in die Einlagen mit einbezogen – dennoch fehlt der Witz, die letzte Finesse bei nahezu jedem Gag. Bezeichnend dafür dürfte sein, dass mich die wohl improvisierte Aktion, bei der ein Spieler der Globetrotters den Ball beim Freiwurf-Airball des Jungen aus dem Publikum auf den Kopf bekommt und zu Boden sinkt, neben der “Handtuch-Klopperei” für den Coach unserer Ersten, nahezu am meisten amüsiert hat.

    Warm-Upper “Globie” zeigt ein bisschen Breakdance, spingt in einem dafür ungeeigneten Kostüm über drei Stühle und “shakert” ein wenig mit der Begleitung desjenigen, den er vermeintlich auf dem zusätzlichen vierten Stuhl überspringen will. Das war das komplette Warmup für’s Publikum?! Sehr schwach – da hat vor ein paar Jahren der Elch im C-D-Center mindestens genauso viel geboten. ;-) Zugegeben: Die Show von “Big G” zum Ende der Halbzeit fand ich durchaus witzig – das Kostüm ist einfach sehr gut – und stellt quasi den Höhepunkt meines Besuches bei den Harlem Globetrotters dar…

    Allgemein bin ich, wie offensichtlich auch der Autor dieses Artikels, ein wenig enttäuscht von den Harlem Globetrotters in Hamm am 18.03.2009. Flo, ich finde, Tim und ich könnten bei dir eine Erstattung des Eintrittspreises von 46 Euronen beantragen ;-) – denn das war die gut 90-minütige Show definitiv nicht wert.

  6. PS: Die letzten Minuten des Spieles unserer Jugendmannschaften waren durchaus ansehnlicher als ein Großteil des Spieles der Globetrotters. Respekt Jungs – ich habe zwar nicht so viel davon gesehen, aber zum Ende hin, sah das schon recht gut aus.

    Und auch Danke für die Fotos, Flo. Mich wundert’s jedoch kaum, dass du anscheinend nach der Hälfte der Veranstaltung aufgehört hast zu knipsen. ;-)

  7. Hallo Leute, eigentlich wurde zur Show an sich schon alles gesagt. Ergänzen möchte ich dazu höchstens noch, dass mir persönlich am meisten die “echten Emotionen” auf dem Spielfeld gefehlt haben. Denn die machen meiner Meinung nach guten Sport aus. Darum guck ich mir lieber irgendwo ein Oberliga oder Regionalliga-Spiel kostenlos an. Da gibt´s zwar nicht immer Highlight-Dunks, aber wenigstens zeigen die Spieler auf dem Platz ihr echtes können.
    Mich, der mit den Jugendmannschaften schon früh in der Halle war, hat besonders geärgert, dass die Spieler vor der Show absolut unnahbar und arrogant aufgetreten sind – solange keine Kamera an war. Hätte mir gewünscht, dass jemand vielleicht mal zum Shake-Hands mit unseren Jungs auf den Platz oder in die Kabine gekommen wäre. Ich denke da würde sich niemand einen Zacken aus der Krone brechen und die Jungs hätten sich gefreut. Die wenigstens haben ihre Chance genutzt und hervorragende Werbung für den lokalen Basketball gemacht.

  8. @Tobi: Ich hätte mich auch noch mehr geärgert, wenn ich Eintritt bezahlt hätte. Die Preise von 30 bis 50 € waren im Nachhinein wirklich eine Frechheit. Nach der Hälfte wiederholten sich die Spielszenen eigentlich auch nur noch – so dass mir mein Speicherplatz zu schade für Fotos war.

    @ Uli: Ich würde auch jede Regionalligabegegnung, sogar Landesliga ;) , diesem Event vorziehen. Dass die Spieler sich so arrogant zeigten ist noch mehr enttäuschend. Die Dunks, die Globetrotters gezeigt haben, könnten einige Regionalligaspieler auch zeigen bei der Verteidigung.

    Übrigens war heute mal wieder ein sehr kritischer Bericht zu den Globetrotters im Westfälischen Anzeiger, Lokalzeitung von Hamm. Fazit: “Ein Riesenspaß”.

  9. Ich war gestern auch da..ja du hast erecht es gibt mehrere also es ist eine große ”mannschaft” mit ca.30leuten und diese sind in verschiedene teams eingeteilt und touren halt um die welt..ich persönlich hätte auch etwas mehr erwartet aber für umsonst und dann auch noch in der 2.reihe ist doch trozdem perfekt(ich hatte 2 karten gewonnen)..Aber villeicht habe ich ja irgendwann noch einmal das glück das beste team der globetrotters zu sehen mit special k und den anderen

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