Klausurenstress – nicht nur für Studierende
3. Februar 2009 | Von hofnarr.florian | Kategorie: Uni-Leben
Dass Universität und Schule sich um einiges unterscheiden, fällt einem spätestens in der Klausurenphase auf. Vor allem in beliebten Studiengängen wie den Wirtschaftswissenschaften (kurz WiWi) kommt es vor, dass an großen Unis wie etwa Münster 800 Studenten oder mehr gleichzeitig eine Klausur schreiben. Während in der Schule meist noch der Klassenraum ausreichte, um eine Klausur stellen zu können, erfordert dies an der Universität einiges an organisatorischem Talent.
Weil man natürlich nicht direkt nebeneinander sitzen darf, müssen immer einige Plätze zum Nachbarn und eine Reihe zum Vordermann frei bleiben. Ein Hörsaal für eigentlich 1.000 Studierende eignet sich in der Klausurphase nur noch für rund 200 Schreiberlinge. Somit ist auch klar, dass ein einziger Hörsaal bei weitem nicht mehr ausreicht. In meiner Matheklausur mussten gleich sechs Hörsäle reserviert werden. Die Teilnehmer wurden zuvor alphabetisch auf die Säle verteilt. Da Münster zudem bekanntermaßen keine Campus-Uni ist, liegen diese in der ganzen Stadt verteilt.
Im Jahr 2001 wurde sogar kurzerhand für die BWL I – Klausur mit rund 1.500 Teilnehmern die Münsterland-Halle gemietet und mit Biertischen ausgestattet. Nur so konnten die Verantwortlichen den großen Andrang auf die Klausur meistern. In diesem Jahr gelang es aber wieder, die BWL-Prüflinge auf viele Hörsäle zu verteilen und die Münsterland-Halle ist wieder nur bei Kultur-Events so gut gefüllt. Von der Aufsicht in einem Gebäude dieser Größe brauchen wir gar nicht erst zu erzählen… Christopher: Ich komme soeben von einer englischen Klausur für “Cultural Studies” – die in der Mensa geschrieben wurde. Gemeinsam mit anderen anglistischen Einführungskursen wurde der ohnehin zur Verfügung stehende Platz so sinnvoll genutzt.
Klausuren an der Hochschule unterscheiden sich darüber hinaus nicht nur im organisatorischen, sondern auch im Lernaufwand von der Schulzeit. Eine schriftliche Wissensabfrage am Semesterende ähnelt stark dem Aufwand einer Abiturprüfung. Mit ein wenig Lernen vor dem Prüfungstermin ist es leider meist nicht getan. Da der Vorlesungsinhalt eines ganzes Semester abgefragt wird, muss man als Student vor den Klausuren, meist auf Grund vorangegangener Faulheit, noch einmal alles wiederholen. Christopher: An dieser Stelle muss ich einwenden, dass meine Erfahrungen nicht ganz so dramatisch sind. Zwar schreibe ich auch fünf Klausuren innerhalb einer Woche, was einen gewissen Stress bedeutet, allerdings sind die hauptsächlich für Einführungskurse, in denen teilweise sogar alter LK-Stoff aus der Schule wiederholt wurde. Der Lernaufwand sollte Studieninteressierte in jedem Fall nicht abschrecken!
Da die Hofnarren im Moment leider auch mitten im Klausurstress stecken, gibt es derzeit nicht ganz so regelmäßig Artikel wie gewohnt. Dafür haben wir für die Zeit nach den Klausuren schon einige große Projekte geplant. Stay tuned!
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Bei uns wurde für die BuFü-Klausur ne KFZ-Mechanikerschule im hässlichsten Stadtteil Frankfurts gemietet… aber Biertische in der Münsterlandhalle ist schon ne andere Hausnummer.
@ Nils: Für eine Privatuni klingt eine KFZ-Mechanikerschule ganz schön pobelig. Hätte da eher den Deutsche-Bank-Tower oder die Frankfurter Börse erwartet.;)
Gute Idee, werd ich mal vorschlagen. Banktower wird ja eh grad renoviert, da fallen ein paar Klausurschreiber auch nicht auf. Und auf dem Börsenparkett ist auch nichts los (das stimmt sogar. Die Makler da lesen Zeitung und gucken sich Bilder im Internet an! (Wenn mal welche da sind…))
Naja dann machen die eben die Börse für einen Tag zu. Ist ja eh nicht so gute Stimmung da im Moment. Vorne am Eingang steht dann ein Schild: “Leider wegen Klausur geschlossen. Kommen Sie doch einfach morgen wieder!”.
Die Sitzplätze wären dann auch standesgemäß. Jeder einen eigenen Broker-Platz mit Ledersessel und Flatscreen statt Biertisch und Holzstuhl.