Kommentar: Google – Die Wirtschaftsmacht
9. September 2008 | Von hofnarr.florian | Kategorie: WirtschaftAm 7. September 1998 machte sich die Website zweier junger Studenten, Larry Page und Sergey Brin, auf ihren Weg an die Spitze des Internet: Google. Heute sind die beiden Gründer Milliardäre. Was als Suchmaschine begann, ist längst zu einer umfassenden Internetpräsenz angewachsen. Fast alles im Internet läuft über Programme und Webseiten des Unternehmens. Stetig entwickelte man bei Google neue Konzepte und integrierte neue Funktionen und Programme. Mittlerweile arbeiten im Hauptsitz in Silicon Valley/Kalifornien rund 13.700 Menschen. Neunzig Prozent alle Suchanfragen in Deutschland laufen über Google.
Der Schritt in die Gewinnzone gelang dem Unternehmen – anders als vielen Start-up-Unternehmen, die alle mit dem Platzen der New Economy-Blase zu Grunde gingen – bereits im Jahr 2000. Mit der Einführung von Werbung nach Stichwörtern bei Google schnellte der Gewinn explosionsartig nach oben. 2006 erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 3,07 Milliarden US-Dollar. Spekulanten, die die Aktie von Google zu Börseneinführung im August 2004 zu einem Preis von 85 Dollar gekauft haben, können diese heute für 420,92 Dollar (Stand: 10. September) verkaufen. Damit würde man einen Gewinn von 335,92 Dollar pro Aktie erzielen. Zu einem früheren Zeitpunkt, als die Aktie gar die 500 Dollar-Marke überstiegen hatte, wäre der Gewinn noch höher ausgefallen. Das gesamte Unternehmen ist derzeit an der Börse rund 164 Milliarden Dollar wert.
Doch die Suchmaschine wird auch kritisiert. Google nehme im Zuge der wirtschaftlichen Expansion in China wissend Zensur in Kauf und verrate so sein Unternehmensmotto „Don’t be evil“.
Neben der Suchmaschine ist Google unter anderem durch den Kauf des Videoportals youtube und der Einführung von Services wie Google Earth oder den Online Office-Anwendungen im Netz präsent. Diese Fast-Monopolstellung des Riesen bereitet Experten Sorgen: “Google beherrscht den Markt von Suchmaschinen, Geosoftware und sozialen Netzen immer stärker”, sagt Max Mühlhäuser, Professor an der TU Darmstadt. “Nun kommt der Angriff auf die Browser, und der Angriff auf Betriebssysteme und Standardsoftware sowie Mobiltelefone ist schon quasi ‘eingebaut’. Die Kartellbehörden sollten spätestens jetzt Googles Verhalten am Markt genauestens überwachen.“ (Hamburger Abendblatt)
Andere Software-Riesen wie Microsoft spüren die Gefahr und versuchen sich durch Unternehmensfusionen weiter behaupten zu können. Der von Microsoft initiierte Aufkauf von yahoo.com liegt mittlerweile allerdings auf Eis.
Ähnliche Hingesehen-Artikel:










