Studenten sollen Angola helfen
20. November 2009 | Von hofnarr.christopher | Kategorie: Uni-Leben“Nicht noch ein Praktikum?” So werden Interessierte der Aktion “Do something big” auf der Internet-Plattform begrüßt. Klarer könnte die Zielgruppe nicht angesprochen werden: Studenten leben heutzutage bekanntermaßen in der Generation Praktikum. Nie gab es soviele Studenten wie heute, gleichzeitig werden die Probleme in der Welt während der Wirtschaftskrise nicht kleiner. Warum also nicht die Kreativität der jungen Menschen nutzen? Genau das versuchen nun die Organisatoren von “Do Something big” und wollen so Kindern in Angola helfen.
Angola. Nach Informationen der Aktions-Seite eines der ärmsten Länder der Welt. Schaut man sich eine Tabelle des pro Kopf berechneten Bruttoinlandsprodukts an, landet die ehemalige portugiesische Kolonie immerhin im oberen Mittelfeld auf Platz 85 von 180 erfassten Staaten. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Entwicklungshilfe und Unterstützungen gebraucht werden: Nach Informationen von “Do something big” haben 70% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Grundversorgung. Die Kindersterblichkeitsrate ist zudem die zweithöchste der Welt.
Die Schulbildung benachteiligter Kinder zu fördern ist ohnehin in jedem Land, egal wo, ein erstrebenswertes Ziel. Es ist nicht nur die Armut, sondern auch schlechte Infrastruktur unter der die Heranwachsenden leiden.
Oft wird den Studenten von heute vorgeworfen, sie würden nur noch auf ihre eigene Karriere schauen und den Blick über den Tellerrand dabei vernachlässigen. Dabei ist die Bereitschaft zum Engagement durchaus vorhanden, wenn vielleicht auch weniger öffentlich als vor einigen Jahrzehnten. “Wirklich einen Unterschied machen”, benennt die Info-Page die erhoffte Motivation. Davon abgesehen ist der Anreiz zu helfen in diesem speziellen Projekt womöglich noch größer als anderswo. Schließlich wird das vorgeschlagene Konzept von Experten bewertet und letztendlich – ob in vollem Umfang oder nur als Idee – umgesetzt. Diese Chance erhält man nicht allzu häufig. Geld dafür steht bereit: Die Unternehmensgruppe Reckitt Benckiser, die hauptsächlich Haushaltsreiniger verkauft, stellt dafür 47.913,70 Euro zur Verfügung.

Ob am Flipchart oder am Computer: Ideen sind gefragt (Quelle: dosomethingbig.de)
Zusätzlich können die Teilnehmer, die in jedem Fall alle eine Urkunde für ihr Engagement bekommen, etwas gewinnen: Das Team aus maximal drei Personen wird zu einem “Fieldtrip” nach Angola eingeladen, um die dortige Arbeit kennen zu lernen. Außerdem wird die Idee dokumentiert und später als Teil einer Fallstudie zum Thema “Corporate Social Responsibility” veröffentlicht.
Damit die Pläne auch wirklich helfen, kommt ein zweiter Partner hinzu, die Kinderrechtsorganisation “Save the children”. Von ihr werden Experten sowohl in Deutschland als auch in Angola auf die Nützlichkeit der Pläne hin konsultiert. Wer sonst sollte besser entscheiden können, was hilft, wenn nicht die Beteiligten vor Ort?
Die Kriterien dazu sind in vier Komplexe eingeteilt: Nachhaltigkeit und Wirkung steht an erster Stelle (Gewichtung von 60&), direkt schon gefolgt von der Mobilisierung des sozialen Netzwerks durch die Teilnehmer (20%). Öffentlichkeit soll über das Internet geschaffen werden, Bekanntheit zählt also auch. Je 10% machen die Qualität des benötigten “Business Case” (Kosten-Nutzen-Analyse) sowie die Qualität und Originalität der Idee aus.
Ende März 2010 wollen die Macher den Gewinner – und damit auch das siegreiche Konzept – spätestens bekanntgeben. Bis dahin werden sicher zahlreiche kreative Vorschläge eingehen. Es lohnt sich also, das Projekt im Auge zu behalten.
Diese Aktion wird von onlinebotschafter.com unterstützt.
Ähnliche Hingesehen-Artikel:










