Ulrich Kelber: “Im Nahen Osten muss der gegenseitige Respekt die Oberhand gewinnen”
11. September 2009 | Von hofnarr.christopher | Kategorie: Abgeordnete im InterviewDieses Interview ist ein Beitrag aus unserer Sonderreihe zur Bundestagswahl 2009. Die komplette Übersicht der teilnehmenden Mitglieder des Parlaments findet Ihr hier.

SPD-Abgeordneter Ulrich Kelber (Pressebild)
Name: Ulrich Kelber
Partei: SPD
Bio: geboren am 29. März 1968 in Bamberg; verheiratet, vier Kinder
Wahlkreis: Bonn
Im Bundestag: seit 2000
Gremien: nur stellvertretende Mitgliedschaften
Beruf: Diplom-Informatiker
Hingesehen: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung der kommenden Legislaturperiode?
Ulrich Kelber: Die Wirtschafts-/Finanzkrise und den Klimawandel nachhaltig (!) zu bekämpfen.
Hingesehen: Wird im Wahlkampf zu oft Politik mit dem Ziel der Wiederwahl auf Kosten der Nachhaltigkeit gemacht?
Kelber: Ich glaube eher, dass diejenigen Politiker, die nicht auf Nachhaltigkeit achten, in Zeiten von Wahlkampf mit ihren vordergründigen Vorschlägen noch leichter Gehör finden.
Hingesehen: Wie soll das Bildungssystem in Deutschland künftig aussehen?
Kelber: Vom Kindergarten bis zur Universität gebührenfrei und die Kinder so lange wie möglich gemeinsam lernen lassen.
Hingesehen: Ist durch das Gesetz zur Sperrung von kinderpornographischen Inhalten im Netz der Weg zu weiterer Internet-Zensur geebnet worden?
Kelber: Nein, es erfüllt nicht die Definition der Zensur. Trotzdem setzt es mit der Symbolpolitik in beide Richtungen falsche Signale: In Richtung Bekämpfung der Kinderpornografie und in Richtung Freiheit der Netze.
Hingesehen: Was muss unternommen werden, um die Krisenherde im Nahen Osten wieder zu stabilisieren?
Kelber: So traurig das klingt, ich glaube nicht an Lösungen, solange nicht gegenseitiger Respekt und Toleranz bei allen handelnden Gruppen und Personen die Oberhand gewonnen hat. Erschreckend ist, dass die Kompromissbereiten auf beiden Seiten es zunehmend schwerer haben.
Sind Ihrer Meinung nach Steuererhöhungen zur Entschuldung des Bundeshaushalts vermeidbar?
Kelber: Das kann ich mir kaum vorstellen, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Wir haben übrigens gerade erst deutliche Steuersenkungen beschlossen, die ab dem 1. Januar 2010 gelten.
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