Was Sarrazin vorzuwerfen ist

1. September 2010 | Von | Kategorie: Gesellschaft
Es schreibt: Christopher

Es schreibt: Christopher

Anfang der Woche saß Thilo Sarrazin in der Talkshow “Beckmann”. Neben ihm Aygül Özkan (CDU), muslimische Integrationsministerin in Niedersachsen. Schräg gegenüber Ranga Yogeshwar, indischstämmiger Wissenschaftler und TV-Moderator. Mit in der Runde außerdem “Parteifreund” Olaf Scholz (SPD) und Renate Künast (Grüne). In diesem Kreuzfeuer wollte Sarrazin sein umstrittenes Buch “Deutschland schafft sich ab” verteidigen. Es misslang.

Vielmehr kam ihm kaum überhaupt mal ein vollständiger Satz über die Lippen. Zu Themen, mit denen er sich schon lange beschäftigt und über die er ein Buch verfasst hat. Es entstand der Eindruck eines Mannes mit einer “fixen Idee”, die ihn nicht mehr loslässt und die er mit aller Macht verstanden wissen will. Die passenden Statistiken dafür wird es schon irgendwo geben, und tatsächlich hat er welche gefunden. Mit simpelsten Verallgemeinerungen irrt er im Buch so durch wissenschaftliche Felder, die er nicht durchschaut.

Bundesbank-Vorstand und SPD-Mitglied Thilo Sarrazin steht in der Kritik - zurecht (Foto mit creative commons licence von wikipedia.org)

Dabei begeht er Fehler, die schon Erstsemester an der Universität früh abstellen. Er stellt erst seine Thesen auf, um sie dann zu “belegen”. Aus den herangezogenen Studien fischt er sich immer genau das heraus, was er für seine Argumentation braucht. In “Beckmann” brachte Yogeshwar, der sich offensichtlich alleine für die Sendung besser auf das Thema vorbereitet hat als Sarrazin in der zweijährigen Schreibphase, das sehr gut auf den Punkt. Die Tiraden gegen “muslimische oder arabische Migranten” werden im Buch in einem unerträglichen Tonfall dargelegt. “Nazi-Keule” hin oder her – das erinnert stark an Texte aus den frühen Jahren des NS-Regimes. Ein Beispiel: Die Unterscheidung zwischen wünschenswerter und nutzloser Fruchtbarkeit gewisser Volksgruppen, hier die arabisch- und türkischstämmigen Deutschen.

Mit pseudo-realistische Zukunftsvisionen bis ins Jahr 2030 malt Sarrazin den islamistischen Terrorstaat auf deutschem Gebiet an die Wand. Selbst vor platter Symbolik wie einer schwarz-rot-goldenen Fahne mit Halbmond und Stern schreckt der 65-Jährige nicht zurück. Die Angst um die Fahne als staatstragendes Symbol ist übrigens auch nicht neu.

Der Umgang der Medien mit Sarrazin

Die Meute der Medien stürzt sich auf das Thema. Kein Skandal darf ihnen entgehen. Die erste Meldung in der “Bild”, ein Interview in der “Welt” und in der “Zeit”, der TV-Auftritt bei Beckmann. Vordergründig wird immer kritisiert, der Zeigefinger auf den Bundesbank-Vorstand mit dem SPD-Parteibuch gerichtet. Klar Stellung bezogen wird jedoch seltener. Ihrer Aufgabe als kontrollierende vierte Macht im Staate werden einige Berichte dabei nicht gerecht. Vielmehr gibt es viel kostenlose Publicity für Sarrazin.

Der Gemeinschaftsgeist, der zur WM mit einer deutschen Elf um Mesut Özil und Sami Khedira gelebt und nicht zuletzt auch von Bundespräsident Christian Wulff beschworen wurde, wird durch Sarrazins so genannte “Thesen” angegriffen. Angeblich, um Diskussionen anzuregen. Das wäre grundsätzlich löblich, denn ernsthaft geführte Diskussionen führen zum Austausch, neuen Erkenntnissen und Problemlösungen. Das genaue Gegenteil aber bewirkt Thilo Sarrazin. Benachteiligte muss man nicht an den Pranger stellen, sondern fördern.

Sarrazin, als ehemaliger Finanzsenator in Berlin und heutiges Vorstandsmitglied der Bundesbank, ist ein Mann, der in Zahlen denkt. Auch das wurde in “Beckmann”, wo er sich in seinem Zahlenwirrwarr zunehmends selbst verlor, deutlich. Eine zugeschaltete Wissenschaftlerin (übrigens selbst Muslima) präsentierte sogar gänzlich andere Trends. Doch Einzelschicksale lassen sich in Zahlen nur schwer erfassen. Die Verkaufszahlen des Buches dürften Sarrazin hingegen nicht enttäuschen. Viele Ressentiments und Ängste in der Bevölkerung werden mit den Pauschalisierungen angesprochen.

Allerdings: Sarrazin macht den Anschein, dass er tatsächlich überzeugt ist von dem, was er sagt. Es handelt sich offenbar nicht um eine reine Marketingstrategie. Leider.

Hinweis: Zum Thema haben Süddeutsche und RP Online sowie der Spiegelfechter sehr empfehlenswerte Beiträge gebracht!

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48 Kommentare
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  1. Christoph, man merkt Ihrem Beitrag an, dass Sie noch sehr jung sind und von der Thematik keine Ahnung haben. Warten Sie mal 40 Jahre ab, dann werden Sie schon sehen, wer recht hatte.

  2. Vielen Dank, dass Sie sich trotz Ihres anscheinend so dermaßen hohen Alters ins Internet verirrt haben. Wenn Sie sich so gut auskennen, würde ich mich sehr über ein paar Stellungnahmen und persönliche Erfahrungen Ihrerseits zum Thema freuen. Fremdenfeindlichkeit – und nichts anderes praktiziert Sarrazin – ist in keiner Generation zu begrüßen.

    Übrigens: Mein Name ist (bei gründlichem Lesen wäre das aufgefallen) Christopher. So viel Zeit muss sein.

  3. Hallo Christopher,

    vorneweg: Sarrazin hat eine Behinderung, eine einseitige Gesichtslähmung, die es ihm auch schwerer macht, als Ihnen oder mir, sich im Gespräch zu artikulieren. Ein großer Rhetoriker ist er nie gewesen. Und dass ihm bei Beckmann kaum ein vollständiger Satz über die Lippen kam, lag nach meiner Wahrnehmung vor Allem daran, dass ihm Beckmann dauernd ins Wort gefallen und über den Mund gefahren ist. Um Missverständnissen vorzubeugen: Sarrazin ist ein Politprovokateur und mit seinen überspitzten Thesen und mitunter womöglich menschenverachtenden Formulierungen, hat er der Sache, nämlich die Probleme mit einer breiten Schicht von Integrationsverweigern unter den muslimischen Immigranten, endlich sachlich und frei von Vorurteilen zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen, wohl keinen Dienst erwiesen. Ob und inwiefern die von ihm angeführetn Belege für seine Thesen wissenschaftlich angreifbar sind, kann ich nicht beurteilen, zum einen, weil ich das Buch nicht gelesen habe, zum anderen weil mir sicherlich auch die erforderliche Sachkunde fehlt. Trotzdem möchte ich mir erlauben, Ihre Sicht zu kommentieren. Ich gehe davon aus, dass Sie das Buch gelesen haben und frage mich nun, warum sie mit keinem Wort auf die Inhalte eingehen, sondern sich allein an der Form abarbeiten. Immerhin stößt Sarrazin mit seinen Thesen auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Das sollte für Sie ein Alarmzeichen sein und die Frage nach sich ziehen, wie es zu so einer Stimmungslage kommen konnte. Womöglich hat das ja damit zu tun, dass die Integrationspolitik seit Jahrzehnten versagt und Fremdenangst eher geschürt als abgebaut hat, weil eine kritische Auseinandersetzung mit den kulturellen Unterschieden und eine Problematisierung derselben bis zum heutigen Tag eigentlich ein “no no” ist. Fakt ist – zumindest in den Ballungsräumen – dass sich abgeschottete Parallelgesellschaften etabliert haben, die wie in Berlin z.B. zu nahezu rechtsfreien (Ghetto-)Räumen buchstäblich verkommen sind, wo bspw. muslimischen Mädchen und Frauen elementare Freiheits- und Bildungsrechte u.U. auch gewaltsam vorenthalten werden, wo deutsche Kinder in den Schulen in der Minderheit sind und von ihren muslimischen Mitschülern gemobbt werden, wo es signifikant erhöhte Kriminalität gibt (in Berlin sind 80% der in Gefängnissen Inhaftierte Muslime) uswusf. Darüber muss man reden und reden dürfen, ohne gleich mit der Nazi- oder Intoleranzkeule geprügelt zu werden. Mit Ihrer Polemik tappen Sie in dieselbe Falle, in die alle jetzt so lautstark vernehmbaren Sarrazinkritiker getappt sind. Die Inhalte werden von der Tagesordnung verbannt, weil die Form für inakzeptabel erklärt wird. Ich bin der Überzeugung, dass wir uns endlich patriotisch und selbstbewusst mit den kulturellen Konflikten, die die multikulturele Gesellschaft mit sich bringt, auseinandersetzen müssen und zwar ganz ohne Weichspülgang. Das Grundgesetz bietet dafür ein gutes und tragfähiges Fundament. Wenn wir das nicht tun, überlassen wir das Feld dem rechten Rand und wohin das führen kann, muss ich Ihnen sicherlich nicht durch deklinieren. Also, scheuen Sie vieleicht doch noch mal genauer hin.

    Mit besten Grüßen,
    w.c.

  4. Schwache Leistung, Hofnarr.Christoph!

    Es ist traurig, dass Sie lediglich die verleumderische und unzutreffende Behauptung nachplappern, Sarrazin gehe nicht seriös mit Statistik um. Hätten Sie sich die Mühe gemacht haben, wenigstens einen flüchtigen Blick in Sarrazins Buch zu werfen, hätten Sie feststellen können, wie sehr sie damit daneben liegen.
    Ihrer journalistischen Karriere würde es gut tun, wenn Sie gerade bei politisch – inzwischen – so heiklen Themen wie Meinungsfreiheit oder Migration vernünftig recherchierten.

  5. @who cares:

    Danke für den langen Kommentar. Ich kann Ihnen in fast allen Punkten zustimmen.

    Sicherlich ist auch ein Reinhold Beckmann seiner Rolle als Moderator nicht gerecht geworden. Sarrazins Behinderung wollte ich nicht lächerlich machen – ich denke aber, dass er sich eher durch seine Inhalte “verheddert” hat (siehe auch den im ersten Absatz verlinkten Bericht der SZ).

    Warum ich mich an der Form (der Thesen, nicht der Sendung) abarbeite: Ich denke, dass einige Feststellungen sicher sachlich zunächst richtig sind, nur die Schlüsse müssen eben richtig gezogen werden. Ein Muslim ist nicht per Religion häufiger kriminell, sondern weil die sozialen Umstände für Migranten häufig schlechter sind.

    Die Zustimmung in der Bevölkerung macht mir in der Tat noch mehr zu schaffen als Sarrazins Aussagen selbst. Ich führe dies auf die latente (und medial geschürte) Angst vor Islamisten zurück, gepaart mit eigener sozialer Unsicherheit in Zeiten der Krise.

    Dass man darüber hinaus die Integrationspolitik in Frage stellen muss, sehe ich ganz genauso (einzige Einschränkung: “patriotisch” ist für mich hier der falsche Begriff). Aber eben in geeigneter Form. Das habe ich meines Erachtens nach auch im Artikel so ausgedrückt.

    @neuthfer: Meine “Karriere” lassen Sie doch einfach meine Sorge sein… Es ist übrigens immer noch Christopher, nicht Christoph.

  6. Reinhold Beckmann hat am Montag eine ganz schlechten Tag gehabt ( hatte er in seiner Talkrunde schon mal einen guten Tag?). Er wollte Herr Sarrazin vorführen wie es einst Kerner bei Eva Hermann gemacht hat. Dies ist ihm gründlich misslungen, die gesamte Sendung ist an ihm vorbei gelaufen und seine Einwürfe waren eher störend und nervend als hilfreich.

    Was ich an der ganzen Diskussion nicht verstehen, jeder hängt sich an einzelnen Zitaten auf, das gesamte Buch kennt jedoch kaum einer. Warum wird nicht erst einmal das Buch von Herrn Sarrazin gelesen und anschließend diskutiert? Ich glaub so könnte man sich einiges an Diskussion ersparen.
    Wer in dem Buch eine bloße Abfolge von diffamierenden Äußerungen erwartet wird überrascht sein, dies ist nicht der Fall.

  7. Haben Sie eigentlich das Buch gelesen ?
    Im uebrigen fand ich, dass der Beckmann lediglich den Sarrazin, nicht aber die anderen Gaeste unterbrach. Ebenfalls war der Moderator (Lateinisch “moderare” und steht fuer “lenken”) Beckmann definitif einseitig und wurde seinem Job (siehe Begriffsbedeutung) zu keinem Zeitpunkt gerecht. Es war einer Sendung im oeffentlichen Programm unwuerdig. Wie immer halt mit Beckmann…

  8. Ich habe nur Auszüge aus dem Buch gelesen (es ist übrigens längst vergriffen, Lieferzeit wird mit drei Wochen angegeben), was sicherlich wieder zu einigen hämischen Kommentaren führen wird :)

    Ich bin allerdings der Auffassung, dass diese Passagen in ihrem Inhalt und besonders in ihrem Tonfall ausreichen, um kritisiert zu werden. Die Frage ist doch: Was will Sarrazin bezwecken? Eine unprätentiös geführte Diskussion ist es so mit Sicherheit nicht.

    Genauere Analysen von konkreten Textpassagen finden sich z.B. im unter dem Artikel verlinkten Beitrag auf RP Online.

    edit: Bevor sich jemand wundert – ich habe einen zweizweiligen Absatz am Ende des Artikels entfernt, weil er unfertig und nicht für die Veröffentlichung gedacht war. Ist uns durchgerutscht, sorry.

  9. “Dabei begeht er Fehler, die schon Erstsemester an der Universität früh abstellen. Er stellt erst seine Thesen auf, um sie dann zu “belegen”. (…)”

    Ich denke nicht, dass Sarrazin Journalismus studiert hat, und ich hoffe, dass Sie sich meine Wort durchlesen, obwohl ich nicht den angeratenen dramatischen Spannungsbogen für einen Post in einem Weblog benutzt habe.

    “(…) nur die Schlüsse müssen eben richtig gezogen werden. Ein Muslim ist nicht per Religion häufiger kriminell, sondern weil die sozialen Umstände für Migranten häufig schlechter sind. (…)”

    Und wodurch werden soziale Umstände geprägt? … Ach … Ich lass’ es besser sein, man müsste mit Ihnen, lieber Christoph, bei Adam und Eva beginnen.

  10. Tut mir leid, aber der Großteil der hier veröffentlichten kritisierenden Kommentare äußert nicht sachliche Kritik an Christophers Artikel, sondern zielt einfach darauf ab den Autor mundtot zu machen und seinen Artikel als “schlecht recherchiert” und “unglaubwürdig” darzustellen, indem eine persönliche Abwertung und Reduktion seiner Glaubwürdigkeit auf Grund seines Alters vorgenommen wird. So etwas nennt sich Altersdiskriminierung. Gerne genutzt um Menschen anderer Meinung mundtot zu machen. Ich empfinde das als ein wahrhaftiges Armutszeugnis der Kommentatoren. Schade, ich hätte von, in dem Gebiet erfahrenen Menschen (sic!), ein anderes Vorgehen erwartet.

  11. @grabacke: Soziale Umstände werden von der Gesellschaft als Ganzes geprägt, nicht von einzelnen Gruppen. – Im Übrigen geht es nicht um ein Journalismus-Studium von Herrn Sarrazin, sondern um wissenschaftliches Arbeiten.

  12. Also hofnarr.christopher, etwas zu Ihrem Artikel:
    Aygül Özkan (CDU), als Quereinsteigerin in die Politik geraten weil die CDU in Hamburg Migranten als Stimmfänger benötigte. Also der berühmte Migrantenbonus. Nicht, dass ich neidisch bin. So im Cicero beschrieben.
    Mesut Özil hat seine Freundin anscheinend erst geheiratet, nachdem sie zum Islam konvertierte, d.h. aus Anna-Maria wurde Melek, zu Deutsch: Engel. Ist das nicht herzig und überaus multikulturell. Sollten Kinder aus dieser Beziehung entstehen, wären diese automatisch Moslems. Und die gute Melek kommt aus dieser Geschichte nur raus wenn sie den Kopf hinhält, ob ihr das bewusst ist?
    Die “pseudo-realistische Zukunftsvisionen bis ins Jahr 2030″ wurde schon von anderen beschrieben, 2025 den ersten türkischstämmigen Bundeskanzler usw. Mehr realistisch als pseudo.
    “Viele Ressentiments und Ängste in der Bevölkerung werden mit den Pauschalisierungen angesprochen”. Da muss ich Ihnen heftig widersprechen. Diese Pauschalierungen sind erlebte Bedrohungen und Beschimpfungen (Scheiss Deutscher isch schlag, isch f… usw. ist das nicht herzallerliebst) oder sogar Angriffe. Dieses seit Jahren und überall in Deutschland. Ich persönliche vermeide unbedingt bestimmte Wohngebiete, Durchfahrt nur mit PKW oder Taxi, NIEMALS ÖPNV wie Bus U-Bahn o.ö. Das sind die Gebiete in die sich die Polizei nur in Mannschaftsstärke reinwagt, Feuerwehr und Rot-Kreuz wird angegriffen und Knöllchen, ja was ist das denn?

    Sie schreiben: “Allerdings: Sarrazin macht den Anschein, dass er tatsächlich überzeugt ist von dem, was er sagt. Es handelt sich offenbar nicht um eine reine Marketingstrategie. Leider.” Dieses ‘leider’ kann ich voll und ganz unterschreiben, denn Herr Sarazin liefert einen Tatsachenbericht. Unterhalten Sie sich mal mit Deutschen, die in oder nahe dieser Gebiete wohnen. Hören Sie sich das Gejammer der Kinder an, wenn diese wieder von Türken/Arabern bedroht, geschlagen und abgezogen wurden.
    Was sagte der frühere Aussenkasper Fischer: “Deutschland muss von aussen eingehegt und von innen verdünnt werden”. War das Marketingstrategie? Vielleicht können Sie in dem Zusammenhang den Hooton Plan lesen und kommentieren.
    Nicht in Ihrem Artikel aber trotzdem witzig, das ganz Buch wird streckenweise auf drei Buchstaben reduziert: ‘GEN’, ohne anzumerken dass derartige Genuntersuchungen in Israel schon lange durchgeführt werden, bei einem Online Anbieter können Sie ihre Zahnbürste einschicken um zu testen ob Sie jüdische Gene haben. In Amerika bestätigt eine Universität den Aschkenasim (europäische Juden) ein besonderes Intelligenz Gen usw. usw., schreibt ein Herr Sarrazin darüber kommt die braune Keule. Seltsam, oder?

  13. “Diese Pauschalierungen sind erlebte Bedrohungen und Beschimpfungen (Scheiss Deutscher isch schlag, isch f… usw. ist das nicht herzallerliebst) oder sogar Angriffe. ” Soll ich Ihnen auch mal was sagen? Erst gestern habe ich erlebt, wie ein (augenscheinlich) deutscher Busfahrer ohne Migrationshintergrund eine ältere Dame beim Ticketkauf angepöbelt hat. So etwas gibt es leider. Aber nochmal: Das liegt nicht an der anderen Kultur, sondern an den sozialen Umständen unter denen Menschen aufwachsen und leben.

    Die Gen-Frage wird in der Breite übrigens erst nach Sarrazins Interview in der “Welt” diskutiert. Das Buch wird also keineswegs darauf reduziert.

  14. Hoi, Christopher,

    meiner Ansicht nach schließen Sie sich einer Polemik an, die nicht durch Diskussionsfähigkeit geprägt ist. Eine Reihe Ihrer Aussagen können Sie schlicht nicht belegen. Ich werde jetzt nicht alle durchgehen, sondern nur einzelne auswählen:
    - “mit simpelsten Verallgemeinerungen”: Diese kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil: Er begründet seine Vorannahmen.
    - “Dabei begeht er Fehler, die schon Erstsemester an der Universität früh abstellen”: Er hat keine wissenschaftliche Arbeit geschrieben, sondern seine Meinung. Der normale Meinungsbildungsprozess eines Menschen erfolgt meiner Erfahrung nach so, dass er seine eigene Meinung durch Indizien und Erfahrungen zu belegen versucht. Die Meinung wird dann geändert, wenn die Erfahrungswelt nicht mehr mit der Meinung übereinstimmt. Somit scheint mir Ihr Anspruch an Hr. S. Arbeit unrealistisch. Ihre Aussage kennzeichnet nur, dass Sie Ihre Erwartung erfüllt sehen wollen. Ihr Artikel dagegen zeigt jedoch nicht, dass Sie versucht hätten, seine Meinungsgrundlage zu verstehen. Dies ist eine Ignoranz, die Sie sicherlich als Ihre Meinung deklarieren können. Sie erzählen damit aber viel über Ihren eigenen Meinungsbildungsprozess!
    - “… werden im Buch in einem unerträglichen Tonfall dargelegt…”: Ein wissenschaftlich arbeitender Mensch müsste doch in der Lage sein, Fakt von Form zu unterscheiden. Sonst entgehen doch die eigentlich relevanten Informationen, oder? Ich halte Hr. S. Formulierungen für teilweise unnötig drastisch, daher ignoriere ich, was den mir gewohnten Konventionen nicht entspricht, um ein Verständnis für die Hintergründe zu entwickeln. Inwieweit glauben Sie, dies ebenfalls gemacht zu haben?
    Sie kritisieren meiner Meinung nach Form, nicht Inhalt. Und bewerten selbst in einer Weise, ohne Ihre Bewertungsmaßstäbe preiszugeben.
    - “…Die Unterscheidung zwischen wünschenswerter und nutzloser Fruchtbarkeit …”: Was genau ist hieran schlimm? Ihre persönliche Werte, die ich wahrzunehmen glaube, ehren Sie in meinen Augen. Ich sehe dahinter ein Mitfühlen und Respekt für andere. Gehen Sie den nächsten Schritt, nämlich den zur Seite. Inwieweit nehmen Sie das ethische Dilemma wahr, dass wir zum Treffen von Entscheidungen für das Ganze häufig eine gefühllos erscheinende Neutralität einnehmen müssen, und darüber einzelne gesellschaftliche Konventionen ignorieren müssen? Das müssen Sie als Wissenschaftler ja auch machen! Wie sonst könnte man einen Anthropologen an die Erforschung kannibalistischer Gesellschaften herantreten lassen? Deren Verhaltensweisen gehen gegen unsere Werte; um sie zu verstehen, müssen wir unser eigenes Wertesystem beiseite lassen. Ich vermute, mat12, Martin und neutfer haben sich da von einer eigenen Emotionalität hinreißen lassen, die auch Ihnen zueigen zu sein scheint. Kern der Aussage von mat12 scheint mir zu sein, dass er glaubt, dass Sie mit zunehmender Erfahrung Situationen auch differenzierter Wahrnehmen. Das sehe ich auch so. Und ich finde es gut von Ihnen, dass Sie Ihre Meinung öffentlich sagen und somit zur Diskussion stellen!
    - “pseudo-realistische Zukunftsvisionen “: Herr S. hat hier eine Hochrechnung bzw. eine Extrapolation vorgenommen. Er hat sie auch in seinen Texten begründet. JEDE Extrapolation scheint mir (bei temporaler Extrapolation) eine “pseudo-realistische Zukunftsvision” zu sein. Sie haben meiner Meinung nach nur versucht, die Arbeit von Hr. S. zu diskreditieren. Sie erwarten von Hr. S. wissenschaftliches Arbeiten? Ich würde mir wünschen, Sie gingen in Zukunft mit gutem Beispiel voran!
    - “Benachteiligte muss man nicht an den Pranger stellen, sondern fördern…”: Herr S. stellt niemanden an den Pranger. Er hat häufig genug auch darauf hingewiesen, dass er die Integration ganz allgemein extrem wichtig findet. Er formuliert seine Ängste bezüglich der NICHT integrierten Muslime und verweist auf seiner Ansicht nach existierende Probleme. Und da gibt es noch wesentlich krassere Beispiele, z.B. Hr. Mannheimer oder Samuel R. Huntington. Auf die Lehre des Letzteren baut übrigens die komplette Politik der USA der letzten 20 Jahre auf!!! Was sie meiner Ansicht nach allerdings wirklich gut macht :-) Das heißt, ein kompletter Thinktank teilt nicht nur die Ansicht von Hr. S., sondern sieht die Problematik noch wesentlich tiefer liegend!
    Zudem müssten wir Benachteiligte nicht nur fördern, sondern auch verstehen. Dann wird aber das Studium des Korans unerlässlich. Dieser begründet dann sicherlich auch bei den einfacheren Geistern eine Grundhaltung, die auch die Arroganz verstehen lässt, mit der viele hiesige Muslime uns Christen betrachten. Meiner Erfahrung nach werden wir sehr häufig nicht geachtet, sondern ausgenutzt, WEIL DER KORAN DIES AUCH FORDERT UND RECHTFERTIGT! Eine weitere Diskussion können wir hierüber gerne führen, allerdings erst später und eventuell auch nicht in diesem Forum.
    Für Ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen allerdings von Herzen alles Gute! Ich schätze Menschen, die politisch sind und sich nicht in ihre “privatä” (transkribiert aus dem Altgriechischen ;-) ) einigeln…

  15. An den Hofnarren.Christopher
    Sie können mir immer ‘mal was sagen’. Hauptsache es ist nicht kindisch. Sie können mir auch sagen dass in Afrika Muttertag ist. Hier geht es nicht um Busfahrer die ‘mal ausrasten’ (manchmal vielleicht verständlich, der Beruf als solcher ist schon herausfordernd) oder eventuell sogar Fahrkartenkontrolleure, sehr wohl manchmal auch eine Herausforderung, aber was müssen die sich manchmal gefallen lassen, insbesondere von Jugendlichen NDH (Nicht Deutscher Herkunft).

    Das was Sie erlebt haben kommt sicher vor, das kann ich nicht bestreiten. Was ich nur ansatzweise beschrieben habe kommt allerdings jeden Tag, jede Stunde und überall in Deutschland vor, und das immer häufiger. Ausserdem in UK, F, NL, E, DK, usw. Die Liste ist viel länger. Fragen Sie mal einen Busfahrer wie er sich fühlt um 22:00 Uhr allein mit sieben Arabern/Türken im Bus.
    Begeben Sie sich in die entsprechenden Vororte, ach ja Brüssel ist auch sehr zu empfehlen. Bei Ihrem Aussehen werden Sie schnell merken was mit ‘Opfer’ gemeint ist.
    Diese Verhältnisse der Gewalt und Bedrohung habe ich schon vor Jahren in Süd Frankreich (Cannes/Nizza/Marseille) erlebt, in UK (London/Birmingham/Hull/Liverpool usw.) in Italien (allerdings nur im Norden). Angriffe in Spanien/Mallorca. Deutschland ist eben keine Insel.
    Woran es liegt, gute Frage. Vielleicht weil für etliche dieser Personen Türsteher und Zuhälter, Drogenhändler ein durchaus anzustrebender Beruf ist. Nach dem Motto: Ich Tarzan Du Cheeta.
    Warum habe ich noch NIE von türkischstämmigen Politikern auch nur eine Kritik gehört ‘ihren Leuten’ gegenüber.
    Grösstenteils liegt es m.E. an der radikalen Islamisierung, hauptsächlich in den Moscheen. Keiner darf sich z.B. erlauben den Koran zu hinterfragen. Der ist endgültig und nicht zu verändern. Sie verweisen auf die ‘sozialen Umstände’, diese sind in Deutschland um vieles besser als z.B. in Anatolien (waren Sie da mal, ich ja, interessant kann ich nur sagen). Vielleicht stimmt was mir vor vielen Jahren ein israelischer Professor in einem Kibbuz erzählte: Der Islam ist nur so lange in einem Gebiet tolerant und fordert Toleranz solange er sich in der Minderheit befindet, sobald die islamische Bevölkerung zunimmt wird er aggressiv und fängt an zu fordern.
    Genug für heute.

  16. Schön, dass sich der Ton der Diskussion hier mittlerweile gebessert hat. Insbesondere die letzten beiden Kommentare fand ich sehr interessant, auch wenn ich die Meinungen darin nicht durchweg teile. Ich kann natürlich immer nur aus meiner eigenen Erfahrung urteilen und da sind Anfeindungen von Arabern eben nicht häufiger vorgekommen als welche von Deutschen. Dass für “etliche dieser Personen Türsteher und Zuhälter, Drogenhändler ein durchaus anzustrebender Beruf ist”, halte ich allerdings für Unsinn. Die Betroffenen mögen dem vielleicht sogar zustimmen. Offensichtlich ist es dann ja aber für sie nur so, weil in einer von diesen Problemen geprägten Welt groß geworden sind und leben. Das sind dann die Werte, die für sie zählen – und damit übrigens nicht mehr Werte des Koran.

  17. Nein, da liegen Sie m.E. völlig daneben, es handelt sich um drei Beschäftigungen bei denen man keine Schwielen an den Händen bekommt, möglichst viel Geld in kurzer Zeit macht, viel PS unter dem Ar… hat und Macho ist. Ich finde es nicht besonders erstrebenswert junge Frauen z.B. mit Pferdemedizin gefügig zu machen und zu ‘vermieten’. Ich will das nicht weiter ausführen, sonst kocht mir der Blut.
    Sie sprechen die sozialen Verhältnisse an und entschuldigen noch derartiges Verhalten. Das ist mehr als fatal, höflich ausgedrückt. Viele Deutsche sind nach dem Krieg als Kriegswaisen gross geworden, in wahrlich ärmlichen Verhältnissen in Nissenhütten aufgewachsen, kaum etwas zu beissen mit Schulspeisung, aber für alle war die Schule und die Ausbildung mehr als wichtig, mehr Sein als Schein. Warum haben diese Jugendlichen nicht ähnliche Berufswünsche gehabt, wegen der sozialen Verhältnisse.
    Bzgl. des Koran frage ich mich, welche Werte des Korans Sie meinen. Sind Sie auch dem Wahn ergeben, dass Islam Friede bedeutet? Vergessen Sie nicht die Hadithen, die Sunnah und die Fatwas. Haben Sie sich mal damit beschäftigt? Normalerweise dürfte ein Moslem ‘eigentlich’ nicht in einem christlichen Land wohnen, sich niederlassen. Suchen Sie mal in den Fatwas, Sie werden erstaunt sein. Das ist Mittelalter pur, momentan wenn ich mich recht erinnere schreibt man das Jahr 1432.
    Für die Moslems ist der Koran die Verfassung, ich frage mich, wie moslemische “Politiker” den Koran mit dem GG unter einen Hut bringen.
    (…)
    Zu Herrn Sarrazin, keiner hat bis widerlegt was er geschrieben hat, NUR Polemik, selbst das Gewissen der Nation, Herr Friedmann, wurde ruhiger.

  18. Die augenblickliche Diskussion wie auch das derzeitige Interesse der Medien und der breiten Öffentlichkeit sind doch ein eindeutiger Beleg dafür, dass Herr Sarazin mit dem Inhalt seines Buches offenbar einen Nerv in der Bevölkerung getroffen hat.
    Mal abgesehen von seinen Ausflügen in die Welt der Genetik und der Evolution, die sich auf sehr umstrittene amerikanische Quellen stützen, spricht er doch eine Reihe von Problematiken an, die von großen Teilen der Bevölkerung aber auch von zumindest einigen Politikern tagtäglich ähnlich erlebt und erfahren werden.

    Warum ist es vielleicht sehr sinnvoll und nützlich, dass jemand wie Herr S. durch ein derart provokantes Buch drängende und zugleich unangenehme Fragen aus Politik und Gesellschaft in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rückt?
    Weil sich dies ein “normaler Politiker” nicht leisten kann. Herr S. ist, wie er heute in der Sendung “hart aber fair” selbst sagte, finanziell unabhängig und hat auch keine politischen Ambitionen auf irgendwelche Ämter mehr. Junge Politiker oder Shootingstars, die sowohl von der Gunst ihrer eigenen Parteigenossen wie der ihrer Wähler abhängig sind, können es sich überhaupt nicht (mehr) leisten zu provozieren oder anzuecken. Was die Folge hat, dass sie sensible Themen meiden bzw. sich der Mehrheitsmeinung ihrer Partei bzw. der Allgemeinheit anpassen (und dies auch je nach dem in welche Richtung der Wind gerade bläst). Das beste Beispiel ist unsere Bundeskanzlerin selbst, die eine Meisterin des politischen Kompromisses sowie des unkomplizierten Mittelweges ist. Wie oft wurde von ihr schon gefordert endlich ihre Richtlinienkompetenz als Regierungschefin wahrzunehmen und sich nicht in vornehmer Zurückhaltung zu üben. Wer nicht aneckt und den Mund hält, kommt nach oben.
    Somit kann nur jemand anecken, provozieren, unangenehme Themen offen ansprechen, der nicht mehr auf die Gunst von Medien, Parteigenossen, Öffentlichkeit oder zukünftiger Arbeitgeber angewiesen ist.

    Nun mal zum Inhaltlichen:
    Das Thema Integration ist in D jahrzehntelang, milde ausgedrückt, stiefmütterlich behandelt worden. Zu Anfang, weil man die in Zeiten des Wirtschaftswunders eingeladenen Gastarbeiter auch für lange Zeit als ebensolche betrachtete, als Gäste, die nur auf Zeit in D weilen würden, zum anderen, weil es vielen zu leicht gemacht wurde sich ohne jegliche Deutschkenntnisse hier dauerhaft niederzulassen.
    Dass es gerade den Migranten mit islamischem Hintergrund oftmals schwerfällt sich in D zu integrieren, anzukommen, wurde gerade auch durch die weltpolitischen Entwicklungen der letzten 10 Jahre zusätzlich erschwert, die das Misstrauen gegenüber dieser Religion und vieler durch selbige geprägte Länder noch schürten.

    Zwei Punkte (um die Diskussion auch mal auf die zentralen inhaltlichen Probleme zu lenken und auch mal erste Ansätze von Lösungsvorschlägen zu geben) scheinen mir dabei von besonderer Bedeutung:

    1.Bildung:
    Das deutsche Bildungssystem dümpelt seit Jahren vor sich hin und ist zum Experimentierkasten (teilweise auch dank geltungssüchtiger, kurzsichtig denkender Politiker) der einzelnen Bundesländer geworden. Junge Menschen mit “nur” einem Hauptschulabschluss oder ohne jeglichen Abschluss haben kaum mehr eine Chance auf eine berufliche Zukunft und somit auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Gerade in Problembezirken (in welche gerade Migranten auch gezielt angesiedelt worden sind), die nicht gerade mit einem Überangebot von Ausbildungsplätzen und Weiterbildungsmöglichkeiten gesegnet sind, besteht für einen Großteil der Jugendlichen aus den sozial benachteiligten Schichten nicht die Chance aus diesem Leben herauszukommen bzw. ist nur mit einem sehr starken Willen und einer ausgeprägten Persönlichkeit möglich, ganz unabhängig von Herkunft, Religion oder Unterstützungswillen der Eltern.
    Da aufgrund von Einwanderungswellen sehr viele türkisch-, arabisch-,… stämmige Familien (zumeist mit islamischem Hintergrund) darunter sind, sind diese Gruppen auch überdurchschnittlich in den von Herrn S. betrachteten Statistiken vertreten.
    Ohne entsprechende sprachliche und schulische Förderung von Kindesbeinen an, ist ein Herauskommen aus diesem Leben nicht möglich. Gleichzeitig müssen diese Kinder und Jugendlichen in das Kulturelle Leben mit eingebunden werden: Sportvereine, Musikschulen, Theatergruppen etc.
    Wer beschäftigt ist, seine Energie beim Sport, bei Musik etc. herauslassen kann, dem die Möglichkeit gegeben wird, sich in sozialen Gruppen zu integrieren, auch Anschluss zu anderen (und auch anders stämmigen) Jugendlichen finden kann, der Erfolgserlebnisse haben kann, Anerkennung für seine Leistungen erfehren kann, derjenige sieht Perspektiven für sich, kann sich als angekommen in einer Gesellschaft, in einem Staat fühlen und sich mit den Werten selbigem auch identifizieren.
    Als bestes Beispiel kann man auch hier wieder die Fußball Weltmeisterschaft anführen, sei es jetzt beim Betrachten der Mannschaft selbst oder der gemeinsamen feiernden Fans aller Kulturen, Nationen, Religionen, etc, da spielten Herkunft, Religion etc. keine Rolle, sondern nur die tolle Leistung und die gemeinsame Freude.

    Als Lösungsansätze will ich nur mal einige Stichworte anfügen, damit das ganze nicht zu lang wird: verpflichtender/s Kindergarten/Vorschuljahr (für alle Jugendlichen) mit Sprachförderung nach Bedarf, Einführung der generellen Ganztagsschule mit Integrierung der Sportvereine/Musikschulen… (was bei den heutigen Stundenplänen etwa an Gymnasien eh nur noch ein überfälliger Schritt wäre), verpflichtender Deutschkurs (mind. 6 Mon.) für jeden “neuen” Staatsbürger, Verbesserung und Ausmistung der Lehrinhalte, damit ein Haupt- oder Realschulabschluss auch wieder eine Wertigkeit hat, auf die sich die Unternehmen bei Bewerbern verlassen können, ……

    2.Islam:
    Der Islam ist eine monotheistische Religion, die mit dem Christentum und dem Judentum auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgeht und weite Teile des alten Testamentes als gemeinsame Basis hat. Allen dreien ist ebenfalls gemeinsam, das sie die Religionen von Wüstenvölkern, Nomaden, etc. waren und im Laufe ihres Entstehens sich Regeln, Geschichten und Bräuche ansammelten, die in unserer heutigen, modernen Gesellschaft längst ihren ursprünglichen Sinn verloren haben.
    Das Christentum hat unter anderem im Zuge der Reformation nach Jahrhunderten der grausamsten Verbrechen (Hexenverfolgung, Kreuzzüge, etc.) die Modernisierung mittlerweile erfolgreich vollzogen, auch wenn es immer noch sehr extreme Auslebungen und Strömungen (Opus Dei, etc.) in sehr kleinen Teilen dieser Religionsgemeinschft gibt, ähnlich im Judentum.
    Der Islam hat einen derartigen Reformationsprozess noch nicht vollzogen. Extreme Auslegungen und Auslebungen von einzelnen Richtlinien des Islams oder Praktizierung der Scharia zeugen davon.
    Jedoch gibt es einen großen Teil der Muslimen, die einen sehr friedfertigen, modernen Islam praktizieren und leben, gerade in Europa bzw. Deutschland.
    Die Aufgabe der deutschen Politik kann es nur sein diese Menschen zu unterstützen, ihnen dabei zu helfen, die Reformierung des Islams zu vollziehen ohne “moderne Formen” der Kreuzzüge in Form des sog. “Heiligen Krieges” in diesem Prozess zu durchleben.
    Dies kann jedoch nur gelingen, wenn man den Muslimen in Deutschland das Recht auf freie und gleichberechtigte Religionsausübung auch uneingeschränkt ermöglicht. Moscheen dürfen nicht in die letzten Hinterhausbaracken gedrängt werden, in denen wir gerade die jungen Menschen ausländischen Hasspredigern gerade zu vor die Füße werfen. Es sollten aber auch keine Prachtbauten im abendländischen Stil erbaut werden. Predigten sollten von deutschen Muslimen und auch zumindest teilweise in deutscher Sprache gehalten werden.
    In allen Bundesländern (momentan existiert dies nur als Modellversuch in NRW) sollte an den Schulen Islamunterricht von an deutschen Universitäten (mit Lehrinhalten, die nicht von ausländischen oder fundamentalen Organisationen bestimmt werden) ausgebildeten Lehrern, die auch gleichzeitig wie im christlichen Religionsunterricht auch ein westliches Werteverständnis vermitteln, auf Deutsch angeboten werden, damit wir diese jungen Menschen nicht bereits erwähnten Predigern und einem fundamentalen Islam im außerschulischen Koranunterricht ohne jegliche Reflektionsmöglichkeit überlassen. Als Nebeneffekt erreichen wir so auch die Eltern, da die Kinder ihr Wissen aus der Schule auch mit nach Hause in die Familien tragen.
    Wenn die eigene Religion in all ihren Facetten verstanden wird, auch die negativen, extremistischen angesprochen werden können (was in den Koranschulen nicht passiert) und von der Gesellschaft akzeptiert und respektiert wird, besteht weder ein Rückzugs- und Integrationsverweigerungsgrund für unsere muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger noch Gründe für unterschwellige Ängste gegenüber diesen in der breiten Bevölkerung.

    Den Islam kategorisch als feindlich und nicht reformierbar abzustempeln widerspricht unserem modernen Werte- und Rechtsverständnis und ist keine akzeptable Lösung.

    Auch wenn man Sarazin etliche unsachliche Argumentationslinien und unangebrachte Statements vorwerfen kann, verdanken wir ihm doch jetzt diese Debatte, die gleichzeitig eine Chance für unsere Gesellschaft, unser Land und alle Bürgerinnen und Bürger darstellt, die darin leben.

    Ihm allein aus Publizitätsgründen Populismus und Demagogie vorzuwerfen, halte ich für zu einfach und schlichtweg falsch.

    Auch das Verhalten der Mächtigen in Politik und Wirtschaft, die durch die Forderung nach seiner Entmachtung als Vorstand bei der Bundesbank oder den Rauswurf aus der SPD noch versuchen das Thema möglichst schnell wieder aus der Öffentlichkeit zu verdrängen, finde ich schlichtweg erbärmlich.

    Wenn eine gefestigte Demokratie einen Thilo Sarazin nicht aushalten kann, hat sie diesen Titel nicht verdient.

    P.S.: Nebenbei bemerkt, halte ich es für eine durchaus wissenschaftliche Vorgehensweise zuerst eine These aufzustellen und diese anschlißend mit Argumenten und Belegen zu untermauern oder auch zu widerlegen. Andersrum erscheint es mir etwas schwierig, Argumente und Belege für etwas anzuführen, das man erst am Schluss entwickelt, das könnte man dann als Resultat oder Ergebnis bezeichnen, aber nicht mehr als These. ;)

  19. M.E. ein äusserst interessanter Artikel.
    http://kassandra2030.files.wordpress.com/2010/09/thilo-sarrazins-thesen-uberpruft.pdf

  20. @crocodile: Nur eine kurze Bemerkung zu Ihrem P.S. – Das ist natürlich richtig, aber nur so lange wie man auch gegenläufige Argumente einbezieht. Die Statistiken, die gestern etwa in der Sendung “Hart aber fair” vorgestellt wurden, sprechen da ja z.T. eine ganz andere Sprache. Für eine längere Antwort auf Ihren langen Post fehlt mir momentan leider die Zeit.

  21. Das Gen Ding liefere ich hiermit nach. Angeblich eine jüdische Webseite, wir alle können jetzt nachprüfen lassen ob wir jüdische Gene haben. Nicht ganz billig aber immerhin, vielleicht könnte man in dem Fall noch Geld damit machen.

    http://www.igenea.com/docs/hagalil/hagalil.htm

    http://www.igenea.com/index.php?c=40

    >>Ist das Judentum mehr als eine Religion? Gibt es ein jüdisches Gen?

    Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judentum konvertiert ist. Die enge Verbindung von Kultur, Tradition, Religion und Volkszugehörigkeit zeichnet das Judentum im Besonderen aus. Es entwickelte sich über die Jahrhunderte eine gewisse genetische Homogenität, die durch einen DNA-Test sichtbar wird. <<

  22. @backe: Nur weil das jemand zum Geld machen nutzt, heißt es ja nicht, dass es auch richtig ist. Wie wir wissen sind nicht alle Internet-Angebote seriös… Wenn ich jetzt beispielsweise zum Judentum konvertierte, hätte ich das Gen ja demnach nicht und wäre trotzdem Jude.

  23. Wer waren IM Erika und Robert Havemann. Ein recht interessanter Artikel:
    Die Herabwürdigung des Herrn Sarrazin erinnert einige Leute an die DDR Zeit.

    http://www.politikforen.net/showthread.php?t=39081

  24. Ist es nicht das was Herr Sarrazin beschreibt.

    Deutschsprachige Kinder sind in Zürich erstmals in der Minderheit
    Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert um 12:36 Uhr 31 Kommentare
    In Zürich gibt es seit kurzem mehr fremdsprachige als Deutsch sprechende Kinder. Deren Schulerfolg ist sehr mässig. Der Ausländerbeirat nimmt Stellung.

    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Deutschsprachige-Kinder-sind-in-Zuerich-erstmals-in-der-Minderheit/story/15441769

    Aber trösten wir uns, wenn einem die Sch… das Wasser (d.Red.) bis zum Hals steht soll man den Kopf nicht hängen lassen.

  25. Hallo hofnarr.christopher,

    nach der Lektüre Ihres Artikels frage ich mich schon, ob Sie das Buch eigentlich gelesen haben.

    “Mit pseudo-realistische (sic!) Zukunftsvisionen bis ins Jahr 2030 malt Sarrazin den islamistischen Terrorstaat auf deutschem Gebiet an die Wand. ”

    Sarrazin hat ausgerechnet, daß – wenn alles so weitergeht – die Deutschen irgendwann in der Minderheit seien (von einem Terrorstaat habe ich nichts gelesen, vielleicht liefern Sie die Textstelle bei Gelegenheit nach). Offensichtlich halten Sie das für ein eher realitätsfernes Szenario – leider ohne Begründung. Daher meine Anregung für den nächsten (Bildungs)Urlaub: Fahren Sie doch mal ins Kosovo, da haben die Serben die gleiche Entwicklung in einer viel kürzeren Zeit (als Sarrazins Prognosehintergrund) erleben dürfen.

    Gruß

  26. “Eine zugeschaltete Wissenschaftlerin (übrigens selbst Muslima) präsentierte sogar gänzlich andere Trends.”
    Nur der Vollständigkeit halber wollte ich anmerken, dass die absinkende Geburtenrate unter Migranten, zu dem Zeitpunkt als Sarrazin sein Buch schrieb, noch nicht bekannt war. Ein Umstand der sehr gerne verschwiegen wird.
    Dazu kommt noch das die zugeschaltete Wissenschaftlerin allen Ernstes präsentierte, man habe herausgefunden, dass 84% (oder 86% ich weiß es nicht mehr genau) aller Migranten ihre Deutschkenntnisse für gut halten. Das ist natürlich ein unumstößlicher Beleg dafür, dass die alle gut deutsch können und sehr, sehr wissenschaftlich. Übrigens, ich halte mich für einen begnadeten Mathematiker, welche Universität stellt mir auf meinen Glauben ein Zeugnis aus?

  27. Liebe Leute,
    aufgepasst, dass ihr nicht antiisraelisch werdet.
    Die Palästinenser argumentieren nämlich genau so wie Hofnarr Christoph (und witzigerweise Friedmann, der ja Deutscher ist).
    Palästinenser sagen: Es gibt keine gemeinsame Abstammung der Juden, soll heißen keine genetische Übereinstimmung, sondern die heute lebenden Juden sind alle Konvertiten aus Europa, die zu römsicher Zeit und im frühen Mittelalter bekehrt wurden. Warum ist das wichtig???
    Da die also nicht aus Palästina kommen, haben sie auch keinen Anspruch auf Israel, weil sie letztlich europäische Invasoren sind. Die wahren Juden sind die Palästinenser, die nach und nach zum Islam konvertierten.
    Also Leute, nicht jeder der aufgeklärt und antirassistisch tut, meint es wirklich gut mit Israel (und seinen Juden)l- bei manchen ist es auch Unbedarftheit, die merken es gar nicht.

  28. @René: Da verweise ich doch gerne auf den Kabarettisten Volker Pispers: http://www.youtube.com/watch?v=6knccNMovRE

    Wenn man alles hochrechnen könnte, wäre die Zukunft kein Geheimnis mehr.

  29. Ein Kommentar wurde rausgenommen, weil er auf eine vom Verfassungsschutz beobachtete antiislamistische (Tippfehler) antiislamische Seite verlinkte.

  30. (…)

    [Der Autor] sollte mal in meinen Stadtteil kommen und dort nur 1 Monat leben. Die dortigen Migranten, die sich gar nicht integrieren wollen, schlagen ihn (…) tot!
    In unserem Stadtteil finden sich über 60% Ausländer und im neudeutsch “so genannte” Migranten, aber rund 10 KM weiter im Akademikerviertel findet sich kein einziger Ausländer oder Migrant! – komisch, oder?

  31. Wenn man sieht wie hier im Kommentarbereich zensiert wird, fühlt man sich wieder darin bestätigt, dass es in Deutschland tatsächlich und definitiv ein Problem mit der Meinungsfreiheit gibt.

    Woher nehmen Sie die Information, dass die erwähnte Seite, die übrigens Deutschlands GRÖßTER politischer Blog ist, vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Dies ist nämlich nicht der Fall.

    Desweiteren bin ich überrascht, dass Sie als Betreiber dieses Blogs offenbar islamistische Tendenzen unterstützenswert finden, da Sie sich ja gegen “antiislamistische Seiten” aussprechen. Was ist falsch daran, sich gegen extremistische Bewegungen zu stellen? Ist “antiislamistisch” in Ihren Augen nicht ein begrüßenswertes Attribut?

  32. @Peter: Hier wird nicht zensiert, sondern moderiert. Die entsprechenden Beiträge oder Passagen entsprachen nicht der Nettiquette.

    Oben handelte es sich um einen Tippfehler, es sollte “antiislamisch”, nicht “antiislamistisch” heißen.

    Zur verlinkten Seite heißt es u.a. bei Wikipedia: “Weiterhin sagte er, das Bundesamt für Verfassungsschutz habe ihm mitgeteilt, „dass (die Seite) dem Bundesamt bekannt und im Blick sei. Die weitere Entwicklung werde beobachtet“.

  33. “Dabei begeht er Fehler, die schon Erstsemester an der Universität früh abstellen. Er stellt erst seine Thesen auf, um sie dann zu “belegen”. (…)”

    Daran merkt man, dass der Autor nicht die geringste Ahnung von seriöser (naturwissenschaftlicher) Forschungsarbeit hat.

  34. Naja, auf Wikipedia steht viel Mist.
    Z.B. gilt heute doch schon alles und jeder als rechtsextrem oder zumindest rechtspopulistisch, auch wenn man nur Thesen vertritt, die vor 20 Jahren noch durch die Bank von der CDU vertreten wurden. Da braucht sich dann aber auch keiner wundern, wo die 70-80 % Zustimmung für Sarrazin in der Bevölkerung her kommen. Aber für die Politiker und die meisten Medien sind das ja einfach alles Nazis. Denn jeder der sich nur leicht rechts der CDU befindet ist heute automatisch ein Nazi, gelle? ;-)
    Als ehemaliges CDU-Mitglied bin ich daher froh, den von mir genannten Internetblog als wichtige Ergänzung zu den restlichen Medien zu haben. (Den Namen des Blogs habe ich bewusst nicht erwähnt, damit mein Beitrag nicht gelöscht wird.)

  35. Da in letzter Zeit immer mehr Spam-Kommentare (Beleidigungen etc.) reinkamen, haben wir nun vorübergehend eingestellt, dass wir die Kommentare erst freigeben müssen, bevor sie erscheinen. Wie man an der Diskussion oben sieht, gehen wir trotzdem auf das Thema ein und verstecken uns nicht. Es wird auch nicht zensiert, sondern lediglich die Einhaltung der Nettiquette bewirkt. Sorry an alle, die nur sachlich diskutieren wollen.

  36. zu Kommentar 28.

    Hallo hofnarr.christopher,

    gegen die methodisch saubere Vorgehensweise des Herr Sarrazin hätte ich mir eine argumentative Antwort gewünscht, schade eigentlich…

    Daß der Statistiker die Zukunft nicht vorghersagen kann, ist eine Binsenweisheit. Daraus zu schließen, es sei nicht möglich, Trends ins die Zukunft fortzuschreiben, um daraus Aussagen über die Zukunft zu treffen, ist indes falsch. Sie verwenden Sie eine Art Syllogismus.

    Was uns die Statistik liefern kann, sind Prognosen. Per Definition sind Prognosen immer unscharf. Die Frage ist doch, für wie hoch man die Eintrittswahrscheinlichkeit des prognostizierten Ergeinisses erachtet. Wenn Sie also seriös vorgehen (und überzeugen) wollen, sollten Sie die Modellannahmen Sarrazins beurteilen / kritisieren – nicht das Ergebnis (ich empfehle Ihnen das Quellenstudium).

    M.E. sind die Modellannahmen plausibel und eher zur “sicheren Seite” gerichtet. Sarrazins Berechnungen sind daher vorsichtige Schätzungen. Sie beruhen auf viel niedrigeren Einwanderungszahlen als die Prognosen der amtlichen Statistiker. Insofern wird die Realität seine Prognosen vermutlich eher noch übertreffen.

    Die relevanten Fagen lauten also: “Was kritisieren Sie an den Modellannahmen Sarrazins – was sind Ihre Annahmen für die Zukunft?”

    Gruß

  37. Nicht nur in den Naturwissenschaften kann man zuerst die These aufstellen!
    Wichtig ist, dass man alle Daten berücksichtigt und auch neue Erkenntnisse aufnimmt.
    Schon die Auswahl des Themas ist grundsätzlich mit einer Tendenz verbunden.

  38. Ich gebe Ihnen recht, dass eine detailliertere Analyse sicher in der ganzen Debatte von Vorteil wäre. Wie schon einmal ausgeführt, ist jedoch die Form auch entscheidend. Warum distanziert sich Sarrazin nicht von Rechtsextremen, die seine Äußerungen für ihre Zwecke nutzen wollen? Warum beharrt er auf den immer gleichen Argumenten, statt in einen offenen Diskurs zu treten? Warum wird abschätzig von “Kopftuchmädchen” etc. gesprochen? Darum der Beitrag, obwohl ich mit einem Blog, den ich zusätzlich zu Studium, Praktikum etc. betreibe, keine komplette wissenschaftliche Analyse bieten kann. Das zu erwarten wäre allerdings auch vermessen.

    Was statistische Prognosen betrifft, ließe sich noch trefflich streiten. In der “Hart aber fair”-Sendung wurde etwa noch ein Beispiel gegeben: Wenn man 1890 die Bevölkerungszahl Deutschlands nach den damals gemessenen Trends für 2010 hochgerechnet hätte, läge die Zahl laut Statistischem Bundesamt bei 253 Millionen Menschen. Was bekanntlich bei weitem nicht zutrifft. Die Migrantenquote wäre zwar recht treffend errechnet worden, allerdings eben mit einem gänzlich anderen Hintergrund.

    @alcaselzar: Das ist genau das, was ich in Post 20 schreibe.

  39. Sarrazin hat vollkommen Recht. Wenn man ein Land als ein gewinnorientiertes Unternehmen sieht.
    Sieht man eine Nation jedoch als eine Gesellschaft, bestehend aus Individuen, ist eine “Optimierung” dieser Gesellschaft ein völlig unsinniger Gedanke. Warum sollte ich oder irgendjemand sonst sich fragen, was er für “Deutschland” tun sollte? Deutschland ist ein Land unter vielen, es definiert sich nicht durch seine ehemalige Bevölkerungsstruktur sondern durch sein hier und jetzt.
    Ganz abgesehen von der konservativen Phrasendrescherei in Sarrazins Buch geht schon die Grundposition des Autors völlig an der Realität vorbei.

  40. Sieh an, es brodelt! Wenn aber schon ein kleiner Blog, der nur einen anderen Blick auf die Sarrazin-Diskussion werfen will, so viele Emotionen aufrührt, wird es Zeit, die angesprochene Problematik gelungener oder misslungener Integration endlich wieder auf eine sachliche Grundlage zu stellen!
    Sarrzin rührt an Ängste, das ist sogar gut so. Denn nur so geben sie sich zu erkennen und man kann ihnen begegnen.
    Aber wir brauchen keine Anschuldigungen mehr, sondern einen realistischen Blick auf Fakten, die eine standfeste Basis für ein Weiterkommen unter Berücksichtigung aller Betroffenen schafft.
    Nur so ist Integration im Sinne eines Hineinnehmens verschiedener Interessen möglich und ganz sicher auch bitter nötig!!

  41. Mahlzeit.

    Ich muss gestehen, dass ich hier jetzt nicht alle Kommentare gelesen habe, aber bei diesem ausnahmsweise einmal innerpolitisch interessantem Thema, meine Gedanken auch ‘mal wieder zur DIskussion reinschmeißen will:

    Sarrazin spricht aus, was viele Stammtische ohnehin denken. Hauen wir ‘mal, neben der Nazi-Keule, die These ‘raus, dass die Bundesregierung viel zu “links” ist. Klischeedenken scheint einmal wieder angebracht.

    Wieso sollte “Bruder EInauge” solchen Gedanken freien Lauf lassen? Nun, da gibt es zwei Ansätze:

    1.) Er will von aktuellen “Problemen” ablenken, wie z.B. gekürzten Sozialleistungen in Höhe von rund 40 Mrd. Euronen und sich somit einen guten Platz als Minister im Jahre 2013 sichern.

    2.) Er vertritt diese Meinungen tatsächlich und möchte dem Volk die Augen öffenen.

    Gleichwohl, welche Absichten er damit hat, finde ich es bemerkenswert, mit welcher Offenheit er seine Gedanken als Person des öffentlichen Lebens ausspricht – immerhin hat er einen ein Jahr lang andauernden Imageschaden zu befürchten… Die Verkaufszahlen seines Buches zu steigern, hat er als gestandener Politiker und Vorstandsmitgield der Deutschen Bank aus monetärem Interesse jedenfalls nicht nötig.

    @ “Christoph” (‘er’ ganz bewußt weggelassen): Deine politische Korrektheit ist dir anzumerken. Nur bringt uns diese nicht weiter. Ob die Dinge nun axel-springermäßig formuliert werden müssen, weiß ich nicht. Denke ‘mal, dass alle, die hier mitlesen auch ein bisschen mehr verstehen. Dein Artikel ist jedenfalls sehr gut geschrieben, aber nicht sachlich genug, sondern von deiner eigenen Meinung geprägt. Journalistisch auf springerniveau – findeste das rückwirkend nicht vllt. auch? :)

  42. In der Tat von meiner eigenen Meinung beeinflusst – etwas, was jedem Blog zwecks alternativer Meinungsbildung geraten wird. Springer-Niveau weise ich jedoch entschieden von mir. Allerdings habe ich neutralere Artikel selbst auch lieber und werde in Zukunft wieder mehr auf diese Weise hier schreiben (unabhängig von der Sarrazin-Diskussion hier).

  43. Was hier ja vielfach auch gewünscht wurde, ist eine genauere Erklärung der Kritik an der wissenschaftlichen Vorgehensweise. Dazu ein fachlicheres Urteil als das in meinem Artikel: http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/mente-et-malleo/skeptische-ecke/2010-09-06/herr-sarrazin-und-seine-quellen

    Wenn mehrere Leiter der Studien, die Sarrazin heranzieht, ihm widersprechen, ist das doch auch mal der Rede wert.

  44. [...] von Sarrazin zitierte US-Genetiker Harry Ostrer ist empört über den Umgang mit seinen Studien. Bei The [...]

  45. @ Christopher: Dass ihr hier besser als die “BILD” schreibt, ist doch selbstredend. Ist doch auch nicht schlimm, wenn ‘mal die Meinung vom Autor einfließt , finde ich doch eigentlich auch gut – gäbet ihr hier das wider, was sämtliche Medien regelmäßig raushauen, wäre hingesehen.net komplett sinnlos. Ich habe aber etwas dagegen, wenn ein Artikel eine fixe Meinung bilden will. Wie du siehst, funzt das ohnehin nicht. :) Der Austausch in den Kommentaren ist auch relativ sinnlos, da die Argumente der Gegenseite i.d.R. als ungewichtig erachtet werden.

    Flo (oder du?) hatte doch schon einmal nach dem Sinn von Blogs gefragt. Ich finde diesen Artikel dank WordPress *augenrollen* leider nicht, aber bereits dort schrieb ich, dass Blogs relativ sinnlos sind, da ohnehin jeder bereits seine Meinung zu einem bestimmten Thema hat, wenn er einen Kommentar verfasst.

    Was jetzt nicht heißen soll, dass politische Blogs komplett nutzlos sind: Ich lese gerne die Meinungen von anderen, versuche diese zu verstehen und in meine eigene Meinung einfließen zu lassen. Und klebe meinen Senf rein, wenn ich meine, dass es nötig ist. :)

    Also: So weitermachen, aber immer beide Seiten der Medaille erörtern, oder eben komplett neutral schreiben – dsa wäre schön. Vielen Dank! :)

  46. http://www.hingesehen.net/welche-bedeutung-haben-blogs-in-deutschland/ Diesen Beitrag meinst du wahrscheinlich. ;-) Den Austausch in den Kommentaren finde ich allerdings nicht sinnlos, auch wenn ich deine Argumentation nachvollziehen kann. In einigen Punkten stimme ich den Kritikern hier ja sogar zu (von der Art und Weise einiger mal abgesehen) – als unwichtig erachte ich sie auf keinen Fall. Deinen Hinweis nehme ich gerne an.

  47. @ Chris: Ich möchte gar nicht, dass meine “Argumente” hingenommen/akzeptiert werden. Ich find’s gut, wenn der eine oder andere meine Gedanken liest, genauso, wie die Gedanken des “Bloggers” interessant sind. Bisher wart ihr aber auf “politische Korrektheit” bedacht und habt eure eigene Meinung nicht offenkunding einfließen lassen. Es sei denn, Flo wurde ‘mal ‘n bisschen gekitzelt… ;) {Bundestagswahl –> Flo wählt FDP … Bei Worpress unmöglich zu finden –> Gesamte Klammer bitte gegen entsprechenden Thread der Bundestagswahl ersetzen/verlinken) Dies ist Kernpunkt meiner Kritik – das weißt du, das weiß ich und das weiß jeder der Mitleser.

  48. Diesen Artikel meinte ich nicht. ;) – WordPress ist eben ein Arschloch, bei dem man nicht tiefer bohren kann… ^^

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