Willi Zylajew: “Es geht um den Schutz unserer Kinder”

14. Juli 2009 | Von hofnarr.christopher | Kategorie: Abgeordnete im Interview

Dieses Interview ist ein Beitrag aus unserer Sonderreihe zur Bundestagswahl 2009. Die komplette Übersicht der teilnehmenden Mitglieder des Parlaments findet Ihr hier.

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MdB Willi Zylajew (Pressefoto)

Name: Willi Zylajew

Partei: CDU

Bio: Geboren am 9. Januar 1950 in Köln; römisch-katholisch; verheiratet, fünf Kinder

Wahlkreis: Rhein-Erft-Kreis I

Im Bundestag: seit 2002

Gremien: Ausschuss für Gesundheit

Beruf: Mess- und Regelmechaniker, später Studium der Sozialarbeit an der FH Köln, zuletzt stellvertretender Geschäftsführer der Caritas Rhein-Erft-Kreis

Hingesehen: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung der kommenden Legislaturperiode?

Willi Zylajew: Die größte Herausforderung in der nächsten Legislaturperiode ist die Balance zwischen der konsequenten Entschuldung des Staates, den notwendigen sozialen Leistungen für einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger und Investitionen in die Zukunft.

Hingesehen: Wird im Wahlkampf zu oft Politik mit dem Ziel der Wiederwahl auf Kosten von Nachhaltigkeit gemacht?

Zylajew: Ja! Es liegt jedoch nicht nur an der Politik selbst, sondern auch am Wahlvolk. Zuviel Ehrlichkeit (siehe das CDU-Wahlprogramm 2005) wird vom Wähler brutal abgestraft. Dies ist keine Einladung für mehr Ehrlichkeit.

Hingesehen: Wie soll das Bildungssystem in Deutschland zukünftig aussehen?

Zylajew: Das alte deutsche Bildungssystem hat viele deutsche Nobelpreisträger und Spitzenleistungen, vor allem in den Geistes- und Naturwissenschaften, hervorgebracht. Wir sollten uns auf diese bewährten Erfolge zurückbesinnen. Das Fördern von jungen Menschen, gleich in welcher Ausbildungsebene, ist wichtig, aber das Fordern ebenso. Ausbildungsabschlüsse müssen durch harte konsequente Prüfungen auch wieder eine Aufwertung erfahren. Der Ausbildungsdiscount muss zügig abgebaut werden.

Hingesehen: Ist durch das Gesetz zur Sperrung von kinderpornografischen Inhalten im Netz der Weg zu weiterer Internet-Zensur geebnet worden?

Zylajew: Ich hoffe nicht! Die von uns beschlossenen Einschränkungen betreffen nur den strafrechtlich relevanten Bereich der Kinderpornographie. Eine Zensur für pornographische und menschenverachtende Seiten im Internet müssen wir ertragen. Es geht um den Schutz unserer Kinder.

Hingesehen: Was muss unternommen werden, um die Krisenherde im Nahen Osten wieder zu stabilisieren?

Zylajew: Nur beharrliches und einvernehmliches Einwirken aller friedliebenden Staaten unserer Welt auf das israelisch-jüdische und das palästinensisch-arabische Volk kann hier weiterhelfen. Der Friedensprozess mit einer sauberen Zwei-Staaten-Lösung muss endlich zu einem guten Abschluss kommen.

Hingesehen: Sind Ihrer Meinung nach Steuererhöhungen zur Entschuldung des Bundeshaushalts vermeidbar?

Zylajew: Nein! Jede Steuererhöhung, besonders in der jetzigen Zeit, bremst das notwendige Wachstum. Die Menschen sollen auch wieder mehr Netto in der Tasche haben. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Kaufkraft und den Konsum der Verbraucher und folglich auch auf die Wirtschaftszahlen aus. In diesem Zusammenhang ist X-Prozent von Z deutlich besser als 1,5 X-Prozent von 0,5 Z.

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