WM-Blog (3): Ciao, salut und antío!

26. Juni 2010 | Von | Kategorie: Sport
Es schreibt: Christopher

Es schreibt: Christopher

Ausgerechnet die beiden Finalisten von 2006 hat es schon erwischt! In Frankreich wurde der Sport am Ende zur Nebensache, die Staatsspitze sah sich gezwungen selbst einzugreifen. Die Kritik an Trainer Raymond Domenech war schon vor dem Turnier enorm – erst recht nach dem frühen Scheitern bei der Euro 2008.Doch wie zerstritten die Mannschaft selbst war, zeigte sich erst in Südafrika.

Mittelfeldakteur Yoann Gourcuff von Girondins de Bordeaux hätte ein kreativer Kopf der Elf sein können. Er soll jedoch von einer Clique um Nicolas Anelka und Franck Ribéry aus der Startformation gemobbt worden sein, weil er einen gepflegteren Umgang vertrete als den der eher draufgängerischen Spieler. Die schlechte Ausbeute der “équipe tricolore” mag auch auf Domenechs ungeliebte Defensivtaktik zurückzuführen sein. Den Skandal besorgte jedoch sein Stürmer Anelka. In der Halbzeit des zweiten Spiels gegen Mexiko beledigte der Chelsea-Angrefier seinen Coach aufs Übelste und wurde daraufhin ausgewechselt. Der exakte Wortlaut wurde den Franzosen durch die Sportzeitung “L’Equipe” auf der ersten Seite präsentiert – auch eine fragwürdige Vorgehensweise.

Als Werbeikone dürfte Nicolas Anelka in Frankreich längere Zeit nicht mehr zu sehen sein (Foto via flickr.com mit creative commons licence von "slinz0")

Spätestens da war die WM für unsere Nachbarn zum historischen Fiasko verkommen. Kapitän Patrice Evra und Bayerns Ribéry sahen das Problem jedoch nicht einmal in Anelkas Entgleisung, sondern im “Verräter”, der die Presse darüber informierte. Am Tag nachdem der Vorfall öffentlich geworden war kam es zum öffentlichen Streit zwischen Evra und Konditionstrainer Robert Duverne. Vor den Augen des Publikums musste Domenech Handgreiflichkeiten verhindern, Duverne schmiss entnervt seine Stoppuhr von sich. Die Mannschaft verweigerte anschließend das Training. Die entsprechende Meldung musste ein geknickter Domenech verlesen…

Da reichte es Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy endgültig. Sportministerin Roselyne Bachelot wurde zum Schlichtungsgespräch zur Delegation geschickt. In der Heimat wurden unterdessen von vielen Sponsoren die Werbeplakate mit Nationalspielern abgehängt, darunter die einer Fast-Food-Kette mit dem Konterfei von Anelka (siehe Foto rechts). Nach dem – für die Franzosen – unwichtigen 1:2 im abschließenden Vergleich mit Gastgeber Südafrika reiste zudem in Thierry Henry der letzte verbliebene Weltmeister von 1998 des Teams zum Rapport zu Sarkozy selbst. Immerhin konnte Südafrika es damit vermeiden, als erster WM-Gastgeber ohne Sieg auszuscheiden.

Für die Blauen bleibt nun nur noch der Blick in die Zukunft: Laurent Blanc (bisher Bordeaux) wird neuer “sélectionneur”, das stand schon vorher fest. Viele Spieler dürften ihren Stellenwert im Nationaltrikot dagegen endgültig verloren haben. Von Henry hieß es ohnehin, dass er sein internationales Karriereende fest geplant habe. Da ist es im Nachhinein vielleicht noch ein Vorteil, dass mit Karim Benzema und Hatem Ben Arfa zwei hochtalentierte Kräfte gar nicht erst nominiert worden waren und unbelastet einsteigen können.

Der ersten Sensation folgte zwei Tage später die nächste: Die zweite Enttäuschung heißt Italien. Das Land liegt im Tal der Tränen. Selbst Neuseeland – das ungeschlagen ausschied – ist vor dem Noch-Weltmeister platziert. Und dass mit der Slowakei der erste Neuling des diesjährigen Turniers das Aus besorgte, hätte wohl niemand südlich der Alpen gedacht. Auch hier gilt: Die Schuld wird dem Trainer zugeschrieben. Marcello Lippi selbst hatte schon vor dem Turnier seine Demission angekündigt. Einen ruhmreicheren Abgang hätte sich der Altmeister und Held von 2006 wohl trotzdem gewünscht.

Das frühe “Favoritensterben” erinnert an die WM 2002. Damals scheiterte Frankreich, damals sogar als Titelverteidiger, ebenfalls in der Gruppenphase. Vor acht Jahren war ihnen nicht einmal ein Tor oder ein Punktgewinn gelungen. Ebenso früh blieben Argentinien und Portugal auf der Strecke.

Bemerkenswert: Alle fünf Vertreter aus Südamerika haben den Sprung in die K.O.-Phase geschafft! Bis auf Chiles 1:2 gegen Europameister Spanien blieben sie dabei ungeschlagen. Zur Einordnung: Von 13 Starten aus Europa haben sich nur sechs weiter qualifizieren können – so wenige wie noch nie bei vergleichbarem Modus!

Der erste Teil des Hingesehen WM-Blogs: Ribrob, Rob oder Robbery?

Und der zweite: Jetzt kommen die Tore! (Das stimmte übrigens: Der Schnitt stieg von zu der Zeit rund 1,6 auf nun 2,1 Tore pro Spiel)

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14 Kommentare
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  1. Ich finde Anelka immer noch symphatisch :) Auch wenn er vielleicht etwas zu deutlich gewesen ist! Der Burger verkauft sich trotzdem gut glaube ich ;)

  2. Ich würde unglaublich gerne einmal den Burger kosten :) Mal sehen für was Anelka Werbung macht!

  3. Der schmeckt sicher unglaublich lecker :) Gibts den nur in Frankreich??

  4. @ Franz: Nein, ich glaube in England gibts den auch! Aber in Deutschland hab ich den noch nie gesehen!!

  5. Weiß irgendjemand wie dieser Anelka Burger schmeckt?? Oder wie viel davon verkauft wird??

  6. Ich hab von dem Burger schon einmal gehört. Er soll ziemlich gut schmecken! Für Vegetarier natürlich nicht, aber Fleischfresser werden ihn genießen =)

  7. Das ist ja unglaublich, welche Karriere dieser Burger auf unserer Seite noch macht :D Vielleicht mag ja jemand mal einen Erfahrungsbericht darüber für uns schreiben oder so…

  8. Gibt es den Burger wirklich?
    Sieht für mich fast wie ein Werbegag aus, kann mich aber auch irren ;)

  9. Kann schon sein dass es den Burger wirklich gibt. Nur kenne wir das Fast Food Restaurant Quick nicht, das wirds wahrscheinlich sein.

  10. Quick ist in der Tat die Fast-Food-Kette. Da war ich auch schon zweimal in Frankreich, gibt’s also wirklich ;-) Den Burger soll es auch wirklich geben, wurde mir gesagt :D (was denn sonst?)

  11. Gibts dann eigentlich auch einen Burger von Henry?? Oder Domenech?? Oder Sarkozy? ^^

  12. Ich hätte gernen einen Burger von Karla Bruni^^

  13. Jaaa, vielleicht so wie beim Mci Saisonbedingt. Zwei Woche den Henry Burgern, Zwei den Beckham-Burger ;) Oh jaa, den würde ich auf alle Fälle verschmausen ;) hehe

  14. MIr tuts leid um die Italiener aber es hat sich abgezeichnet der Trainer ist meiner Meinung nach Schuld, zu den Franzosen kann man nur sagen Katastrophal, aber das mit dem Burger finde ich eine nette Idee!

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